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Kein Pestizid-Einsatz gegen Maikäfer im Forstamt HU-Wolfgang



NABU begrüßt Entscheidung des Umweltministeriums

NABU (MKK/Hanau): Mit großer Erleichterung hat der NABU-Kreisverband Main-Kinzig die Entscheidung von Umweltministerin Puttrich aufgenommen, den geplanten Pestizideinsatz des Landesbetriebs Hessen-Forst zu Maikäferbekämpfung im Bereich des Forstamtes Hanau-Wolfgang zu untersagen.

Als gesetzlich anerkannter Natur- und Umweltschutzverband hat der Naturschutzbund den Einsatz des auf alle Tiere wirkenden Nervengiftes PERFEKTHION strikt abgelehnt.

Der Einsatz des nicht selektiv wirkenden Giftes hätte das gesamte Waldökosystem, darunter zahlreiche bestandsbedrohte Tierarten, getroffen. Ebenso hätte der geplante Maikäfer-Gifteinsatz europäischem Naturschutzrecht widersprochen und die biologische Vielfalt nicht nur in den betroffenen Natura 2000-Gebieten reduziert. Auch alle ökologischen Erkenntnisse der letzten Jahrzehnte wären durch das geplante Vorgehen von Hessen-Forst ignoriert worden. Der NABU ist hoch erfreut darüber, dass die Ministerin den Mut und die

Entschlossenheit aufbrachte, den Pestizideinsatz im Main-Kinzig-Kreis zu unterbinden und eine klare Entscheidung für Biodiversität und Artenvielfalt und zugunsten des gesunden Menschenverstandes zu treffen.

Damit bleibt dem Main-Kinzig-Kreis der Rückfall in die ökologische Steinzeit erspart. Die drohende Rückkehr zu den alten Grabenkämpfen der 1970er und 1980er Jahre zwischen Naturschützern und Nutzern und die damit verbundenen Folgen konnten so verhindert werden. Der NABU Kreisverband Main-Kinzig hofft nun, dass Gifteinsätze im hessischen Staatswald endgültig der Vergangenheit angehören und auch im Privat- und Kommunalwald die richtungweisende Entscheidung des Umweltministeriums nachhaltig Gehör findet.

Naturschützer veröffentlichen Info-Flyer



Die Naturschutzverbände lehnen Gifteinsatz im Wald ab

In der Diskussion um die von Hessen-Forst geplante Maikäferbekämpfung im Grenzgebiet zwischen Hessen und Bayern spricht sich ein länderübergreifendes Bündnis von Naturschutzverbänden klar gegen die chemische Keule aus. Auf Initiative der Botanischen Vereinigung für Naturschutz in Hessen (BVNH), des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland -Main-Kinzig (BUND), der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz, Arbeitskreis Main-Kinzig (HGON) und des Naturschutzbund (NABU), Kreisverband Main-Kinzig wird in den kommenden Tagen ein Flyer zu diesem Thema erscheinen, der gleichzeitig von der BUND/BN-Ortsgruppe Alzenau und vom Landesbund für Vogelschutz Kreisgruppe Aschaffenburg mit getragen wird.

Die Verbände kritisieren die Planungen von Hessen-Forst, weil sie grundlegende Erkenntnisse der Biologie und der Populationsdynamik von Insekten außer Acht lassen und somit das Käfer-Problem mittel- und langfristig noch verschlimmern, anstatt es zu lösen. Masssenvermehrungen von Insekten sind keine ökologischen Katastrophen sondern natürliche Vorgänge, die es schon immer in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen gegeben hat. Die Natur hilft sich hierbei selbst, indem sie die kahlgefressenen Bäume im sogenannten "Johannistrieb" Ende Juni neu ergrünen lässt. Zu große Käferpopulationen brechen regelmäßig aufgrund von Krankheiten und Parasitenbefall von selbst zusammen. Zwar fressen die Maikäfer-Engerlinge an den Wurzeln von Bäumen und anderen Pflanzen. Beschädigt werden dadurch aber in erster Linie nur sehr junge Bäume, die so einen Teil ihrer Feinwurzeln verlieren. Altbäume halten wegen der großen Menge vorhandener Feinwurzeln den Engerlingsfraß aus, können zwar geschwächt, aber nicht zum Absterben gebracht werden. Durch Käferfraß verursachte kleinflächige Lücken im Jungwuchs werden innerhalb weniger Jahre durch eine Naturverjüngung sofort wieder geschlossen. Durch eine Begiftung wird der Käfervermehrung eventuell zwar die Spitze genommen, aber die Population bleibt auf hohem Niveau erhalten, so dass in vier und in acht Jahren die nächsten Bekämpfungsaktionen nötig würden, da die kritische Schwelle zum natürlichen Zusammenbruch nicht überschritten wird. Andere, zum Teil sehr seltene Arten wären durch eine Vergiftungsaktion ebenso betroffen und würden durch sie aber sofort in eine Situation kommen, die das Ende des ganzen Vorkommens bedeuten kann.

Abgesehen davon gibt es in dem zur Debatte stehenden Gift-Einsatzbereich eine ganze Reihe von Fauna-Flora-Habitat- (FFH-) und Naturschutzgebieten sowie eine Vielzahl von Gewässern in die das Gift nach Herstellerangaben auch nicht in kleinsten Mengen gelangen darf. Um die Gewässer und damit das Grund- und Trinkwasser nicht zu gefährden und aus Naturschutzgründen dürfen diese Gebiete keinesfalls begiftet werden. Dies macht einen Erfolg der Aktion grundsätzlich fraglich, sofern man hier überhaupt von Erfolg reden kann.

Nicht zu Letzt geht von der geplanten Aktion auch eine Gefährdung für den Menschen aus. Deshalb müssen die Waldungen um Hanau, Alzenau, Rodenbach und die anderen betroffenen Gemeinden großräumig für die gesamte Bevölkerung gesperrt werden, um Gesundheitsschäden zu verhindern. Eine komplette Sperrung der Wälder für Spaziergänger ist jedoch keinesfalls zu gewährleisten. Die Absicht einer Waldsperrung wegen drohender Gesundheitsgefahren hat schon jetzt große und berechtigte Widerstände in der Bevölkerung ausgelöst.

Die Wohlfahrtswirkungen der Wälder um Hanau, die ein wichtiges Naherholungsziel für die Bevölkerung unseres Ballungsraumes darstellen, gehen weit über die relativ geringen Netto-Erträge der reinen Holznutzung hinaus.

Eventuell eintretende kleinflächige Verluste im Jungwuchs durch Engerlingfraß sind deutlich geringer zu werten als die Gefahren für die Gesundheit der Bevölkerung und die Vernichtung vieler anderer wildlebender Organismen des Waldes und der Gewässer. Der Flyer wird in den betroffenen Kommunen in Geschäften und Arztpraxen ausliegen.

Infoflyer als pdf

NABU MKK freut sich über Spende der Firma Umicore



Unterstützung für NABU Artenschutzprojekte im Main-Kinzig-Kreis

von links Herrn Michael Weis (Umicore), Sibylle Winkel (NABU) und Herrn Dr. Beuers, Vorstandsvorsitzender der Fa. Umicore

von links Herrn Michael Weis (Umicore), Sibylle Winkel (NABU) und Herrn Dr. Beuers, Vorstandsvorsitzender der Fa. Umicore

NABU (MKK/Hanau): Mit einer Spende in Höhe von 750 Euro unterstützt die Umicore Hanau den NABU-Kreisverband Main-Kinzig bei dessen Arbeit für den Natur- und Artenschutz. Die Spende soll vorrangig für Amphibien- und Reptilienschutzmaßnahmen im Kreisgebiet eingesetzt werden.

Auch wenn der NABU Main-Kinzig mit über 4000 Mitgliedern mittlerweile Hessens größter NABU-Regionalverband ist, sind seine Natur- und Artenschutzprojekte im Kreisgebiet auf jede Hilfe und Unterstützung angewiesen, erklärt Sibylle Winkel vom NABU Kreisverband Main-Kinzig. Besonders um bestandsbedrohte Arten wie Gelbbauchunke, Kammmolch oder Schlingnatter kümmert sich der Naturschutzverband in zahlreichen Biotopen von Hanau bis Sterbfritz.

"Ein besonderes Weihnachtsgeschenk kam dieses Mal von der Hanauer Umicore AG & Co. KG", freut sich Diplom Biologin Sibylle Winkel bei einem Besuch der Firma. "Die Spende an den NABU wurde von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Geschäftsbereichs Technical Materials initiiert, die diesen Betrag bei einem internen Sicherheitswettbewerb als Preisgeld gewonnen haben", erläutert Michael Weis, Umicore-Produktionsleiter im Bereich Technical Materials.

Bei diesem Sicherheitspreis ging es darum, Methoden, Prozesse und Verhaltensweisen auszuzeichnen, die die Sicherheit im Betrieb für Kolleginnen und Kollegen sowie die Umwelt erhöhen.
"Die Idee, das Preisgeld in Höhe von 750 Euro nicht für sich selbst zu nutzen, sondern - ganz im Sinne des ausgerufenen Wettbewerbs - etwas für die Umwelt zu tun, kam von den Mitarbeitern selbst. Mit dem NABU-MKK haben wir den richtigen Partner für Umweltschutz auf regionaler Ebene gefunden", so Michael Weis weiter.

NABU-Frau Winkel zeigte sich von diesem Engagement sehr angetan, zumal Umicore als Werkstofftechnik-Konzern den Großteil ihrer Umsätze mit sauberen Technologien, wie Autoabgaskatalysatoren, Werkstoffen für wieder aufladbare Batterien, Solarzellen und Photovoltaikanwendungen, Brennstoffzellen und Recycling erzielt und so einen nachhaltigen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leistet.

Auch Dr. Jörg Beuers, Vorstandsvorsitzender der Umicore AG & Co. KG freut sich, mit der Spende die Aktionen des NABU im Main-Kinzig-Kreis unterstützen und so auf lokaler Ebene noch mehr zum Umweltschutz beitragen zu können.

"Nachhaltigkeit ist", so Dr. Jörg Beuers, "bei Umicore kein Modewort. Das Bekenntnis zur Qualität und zum Schutz von Mensch und Umwelt ist integraler Bestandteil unseres unternehmerischen Handelns. Mit der beständigen Verfolgung unserer Sustainable Development-Ziele übernehmen wir nicht nur nachhaltig Verantwortung für Klimaschutz und Ressourcenschonung, sondern auch für die Weiterentwicklung umweltfreundlicher Produkte und Prozesse".

Sibylle Winkel, die den Scheck als 2. Vorsitzende des NABU-Kreisverbandes entgegennahm, dankte den Vertretern der Firma Umicore und lud interessierte Mitarbeiter ein, im kommenden Frühling eines der NABU-Projekte gemeinsam zu besichtigen.

Reichlich Nachwuchs im Haselmaus-Schutzgebiet



NABU-Schutzgebiet "Sillberg bei Hintersteinau" wird Haselmaus-Paradies

Foto von Sibylle Winkel

Foto von Sibylle Winkel

NABU Main-Kinzig / Hintersteinau: "Das Jahr 2011 wird wohl ein gutes Haselmausjahr" freut sich NABU Kreisvorsitzender Franz Josef Jobst, der auch Betreuer des NABU-Schutzgebiets am "Sillberg bei Hintersteinau" ist. Das erst wenige Jahre alte Schutzgebiet liegt zwischen den Steinauer Stadtteilen Klesberg und Hintersteinau und besteht aus Flächen, die im Eigentum des Naturschutzverbandes sind. "Das Schutzgebiet mit seinen schönen alten Haselhecken sowie kleinen Feldgehölzen und Bauernwäldchen mit alten Eichen und Hainbuchen wurde eigens für Kleinsäuger wie die Haselmaus und für verschiedene Fledermausarten eingerichtet", ergänzt die Biologin Sibylle Winkel vom NABU-Kreisverband Main-Kinzig. Die Haselmaus ist eigentlich gar keine Maus, sondern eng mit den "Schläfern" also den Sieben- und Gartenschläfern oder auch Bilchen verwandt, ergänzt die Biologin. Als kleinster heimischer Bilch hat die Haselmaus in den vergangenen Jahrzehnten in vielen hessischen Regionen Lebensraum verloren. Warum das so ist, kann auch von den Experten bislang nur unzureichend beantwortet werden.

Foto von Sibylle Winkel

Foto von Sibylle Winkel

"Haselmäuse sind europaweit durch die so genannte FFH-Richtlinie geschützt", erläutert Sibylle Winkel und im jüngsten Bericht an die europäische Kommission musste der Erhaltungszustand des kleinen Bilches mit einem Fragezeichen eingestuft werden. "Den mangelnden Kenntnissen wollten wir im Main-Kinzig-Kreis etwas entgegensetzen", so Sibylle Winkel. Am "Sillberg bei Hintersteinau", einer typischen Landschaft im südlichen Vogelsberg, hat der NABU-Kreisverband daher vor 3 Jahren zusammen mit der NABU-Regionalgruppe Steinau das erste Haselmaus-Schutzgebiet Hessens eingerichtet, erklärt Franz Josef Jobst. Hier sollen in Kooperation mit der Ökologischen Forschungsstation Schlüchtern und deren Leiter Dr. Karl-Heinz Schmidt neue Erkenntnisse über die Art gewonnen und möglichst optimale Lebensbedingungen geschaffen werden.

Rund 20 Hektar Fläche wurden erworben, darunter Magerrasen, Wiesen, und Weiden und vor allem Hecken sowie ein kleines Bauernwäldchen, in dem Muscardinus avellanarius, so der wissenschaftliche Name des kleinen Bilches, zunächst nur vermutet wurde.

Nach dem Flächenerwerb wurde von den NABU-Experten gemeinsam mit den Biologen Veronika und Wolfgang Wagner vom Gutachterbüro PlanWerk aus Nidda ein Schutzkonzept entwickelt und mit der Naturschutzbehörde in Gelnhausen abgestimmt. Dabei galt es vor allem, Maßnahmen für die Haselmaus zu entwickeln und die Lebensräume der Kleinsäuger zu erhalten und wo möglich zu verbessern.

Foto von Sibylle Winkel

Foto von Sibylle Winkel

"Besonders wichtig ist die Pflege und Verjüngung der Jahrhunderte alten, teils durchgewachsenen Haselhecken, um das Nahrungsangebot für die kleinen Bilche wieder zu verbessern", erläutert Fachfrau Winkel, "denn gepflegte Hecken produzieren mehr Nahrung als überalterte." Im vergangenen Winter wurde bereits ein erster Heckenabschnitt verjüngt. Vorgesehen ist auch die mittelwaldartige Bewirtschaftung des kleinen Bauernwaldes im Schutzgebiet. Bei dieser traditionellen Bewirtschaftungsform werden besonders die alten Eichen im Oberstand als Quartierbäume für Vögel, Fledermäuse und Haselmäuse und als Lieferanten für Eicheln erhalten und gefördert. Gleichzeitig werden die Haselbüsche und Hainbuchen im Unterstand in mehrjährigem Abstand immer wieder auf den Stock gesetzt. Die Büsche und Bäume schlagen dann wieder neu aus und verjüngen sich regelmäßig. Diese Form der Bewirtschaftung schafft einen optimalen Strukturreichtum für die Bilche, gleichzeitig kann die anfallende Biomasse regelmäßig als Brennholz klimafreundlich und CO2-neutral verwertet werden.

Begleitend dazu wurden noch weitere Puffer- und Vernetzungsflächen mit Heckenstrukturen erworben, um einen Verbund mit den angrenzenden Waldflächen zu garantieren. Alle Maßnahmen wurden mit den Behörden abgestimmt. Die Grünlandflächen, die an die Haselmaus-Lebensräume angrenzen werden von Bio-Landwirten aus der Region bewirtschaftet.

Reichlich Rückenwind kam für das neuartige Schutzprojekt auch vom Hessischen Umweltministerium und der unteren Naturschutzbehörde des Kreises. Finanzielle Unterstützung für den Bau der Spezial-Nistkästen gab es aus Lotto-Mitteln des Umweltministeriums. Der Bescheid wurde eigens von Umweltministerin Lucia Puttrich unterschrieben. Der Erwerb von Pufferflächen wurde mit Mitteln aus der naturschutzrechtlichen Ausgleichsabgabe unterstützt, so Klaus Ulrich Battefeld, Referatsleiter im Umweltministerium, denn als Anhang IV-Art der FFH-Richtlinie steht die Haselmaus im Fokus der hessischen Naturschutzbemühungen. Die gewonnenen Erkenntnisse werden in das Monitoring-Programm des Landes eingespeist, so Battefeld weiter.

Foto von Sibylle Winkel

Foto von Sibylle Winkel

"Zunächst aber musste die seltene Haselmaus erst einmal nachgewiesen werden", so NABU- Biologin Winkel. "Bis dato gab es zwar einzelne Nachweise aus der näheren und weiteren Umgebung, doch gesehen hatte den kleinen rotbraunen Schläfer noch niemand in seinem neuen Schutzgebiet."

Auch hier wussten die NABU-Experten einen Ausweg. In enger Kooperation mit dem Don Bosco Lebenshilfezentrum in Schlüchtern-Sannerz, der Ökologischen Forschungsstation Schlüchtern und der Grundschule Hintersteinau wurden spezielle Nistkästen gebaut und in den Hasel-Hecken und am Waldrand aufgehängt. Der Bau der Spezialkästen erfolgte unter der Anleitung von Dr. Karl Heinz Schmidt von der Öko-Station. Unterschiedlichen Kastentypen und Schlupflochgrößen sollen den Wissenschaftlern Erkenntnisse darüber bringen, welche Vorlieben bei der Quartiersuche die kleinen Bilche haben und wie am besten Konkurrenten und Fressfeinde der Haselmaus ferngehalten werden können, so Schmidt. Im Sommer 2010 wurden die ersten von der Don Bosco-Werkstatt gefertigten Kästen von Kindern der Grundschule Hintersteinau im Schutzgebiet aufgehängt. Bereits wenige Monate später konnten bei Kontrollen einige der kleinen Bilche festgestellt werden. Der Nachweis der Art im Schutzgebiet war geglückt. Unklar war allerdings, ob es sich um versprengte Einzeltiere handelt oder ob das Schutzgebiet einen richtigen Bestand der Art aufweist.

Voller Spannung wurden nun die Kontrollen des Jahres 2011 abgewartet. Und das Ergebnis erwies sich als sensationell. 17 Nachweise der Haselmaus in nur 60 Kastenquartieren konnte Dr. Karl Heinz Schmidt am Sillberg feststellen! In den anderen hessischen Kontrollgebieten werden in aller Regel viel weniger Tiere gezählt.

"Wir haben demnach auf dem Sillberg ein Spitzenergebnis im landesweiten Vergleich erzielt", freut sich Sibylle Winkel. "Sogar Nachwuchs der seltenen Kleinsäuger stellte sich in etwa einem Drittel der Kästen ein - und zeigt, dass es den kleinen Schläfern hier so richtig gut geht." Und wenn dann die kleinen Nachwuchs-Naturschützer des NABU und der Grundschule Hintersteinau mit glänzenden Augen den Nachwuchs der Haselmäuse bestaunen, hat die Tierwelt am Sillberg viele neue Freunde gewonnen. Erfolgreicher kann Naturschutz wohl kaum sein

Im Bann der Nachtjäger - Aktionen rund um die Fledermaus



Thema: Lebensraum Siedlung - Artenschutz in Dorf und Stadt

Vampire und Fledermäuse bei der Bat Night in Schlüchtern (Foto Sibylle Winkel)

Vampire und Fledermäuse bei der Bat Night in Schlüchtern (Foto Sibylle Winkel)

Zum ehemaligen Kloster Schlüchtern lud der NABU am letzten Wochenende im August zur Europäischen Fledermausnacht ein, die alljährlich zeitgleich in über 30 europäischen Ländern und vielen Städten organisiert wird. In der abendlichen Dämmerung begrüßten Thomas Mathias und weitere NABU-Aktive die Gäste und informierten unter dem Motto "Fledermäuse brauchen Freunde" über das verborgene Leben der einzig aktiv fliegenden Säugetiere und darüber, wie Fledermausquartiere in Gebäuden in gutem Miteinander bewahrt und geschützt werden können. Im Kloster Schlüchtern befindet sich ein Sommerquartier der Großen Mausohren, der größten heimischen Fledermausart. Im Frühsommer zogen hier etwa 400 Elterntiere rund 350 Jungtiere auf.

Der Höhepunkt des Abends war das abendliche Ausfliegen der Fledermaus-Kolonie aus ihrem Quartier, das die naturinteressierten Gäste am Kloster Schlüchtern gemeinsam beobachten konnten. Am Boden unter den jagenden Fledermäusen informierten gleichzeitig die Schmetterlingskundler Dr. Wolfgang Nässig und Petra Zub an einem Leuchtturm mit UV-Licht über die örtliche Nachtfalterwelt und das Nahrungsangebot für die Schlüchterner Fledermäuse. Am meisten Spaß hatten die Kinder, die von den Mitarbeiterinnen des "Kunterbunten Kinderzeltes" als Fledermäuse oder Vampire geschminkt durch den nächtlichen Garten streiften. Andauerndes starkes Wetterleuchten sorgte an diesem Sommerabend zudem für eine einzigartige Atmosphäre.

Rudi Ziegler (l.) und Michael Röth führen in Gelnhausen-Höchst eine Fledermausexkursion durch (Foto: Michael Röth)

Rudi Ziegler (l.) und Michael Röth führen in Gelnhausen-Höchst eine Fledermausexkursion durch (Foto: Michael Röth)

Einige Tage zuvor am 19. August hatte der NABU Main-Kinzig bereits in Gelnhausen-Höchst zur Fledermausexkursion mit Rudi Ziegler und Michael Röth eingeladen. 20 erwachsene und jüngere Besucher begaben sich auf die Spuren der Nachtjäger und erfuhren, dass Hessen 24 und in Gelnhausen-Höchst 10 Arten vorkommen. Die Fledertiere ließen sich nicht lange bitten und jagten ausgiebig über den Köpfen der Naturfreunde, so dass das charakteristische Verhalten mehrerer Arten gut beobachtet werden konnte. Die unterschiedlichen Rufe der Fledermäuse - eigentlich für Menschen unhörbare Ultraschalllaute - wurden mit "Bat-Detektoren" in hörbare Signale umgewandelt und gaben einen Einblick in die vielfältige Akustik der Fledermauswelt. Im Kinzigtal sind laut Ziegler die kleine Zwergfledermaus mit einer Spannweite von bis zu 20 Zentimetern sowie der wesentlich größere Abendsegler und Langohren mit Spannweiten von bis zu 40 Zentimetern weit verbreitet. Zudem lebt die Wasserfledermaus unmittelbar an der Kinzig.

NABU beteiligt sich wieder bei Öko-Trends-Messe 2011



Thema: Lebensraum Siedlung - Artenschutz in Dorf und Stadt

NABU-Musterhaus

NABU-Musterhaus

Auch 2011 beteiligt sich der NABU-Kreisverband Main-Kinzig mit seinen zahlreichen Ortsgruppen wieder an der Öko-Trends-Messe vom 2.-4. September in Gelnhausen und lädt alle Naturfreunde zum Besuch am NABU-Stand ein.

Diesjähriges Thema am aufwändig gestalteten Messestand des Naturschutzverbandes wird der "Lebensraum Siedlung" und der "Artenschutz in Dorf und Stadt" sein.

"Viele Naturschützer wissen es schon lange", erläutert Michael Röth vom NABU Kreisverband, "Unsere Dörfer und Städte müssen keine lebensfeindlichen Beton- und Asphaltwüsten sein, sondern können Lebens- und Überlebensmöglichkeiten für zahlreiche auch gefährdete Arten bieten."

Am NABU-Stand wollen wir zeigen, ergänzt NABU-Kollege Thomas Mathias, dass es vor allem für Haus- und Gartenbesitzer zahlreiche Möglichkeiten gibt, der Natur unter die Arme zu greifen.

Am Messestand zeigt der NABU daher am Beispiel eines Haus-Modells, wie man einfach und mit wenig Aufwand Fledermäusen, Turmfalken oder auch der Schleiereule helfen kann und welche praktischen Möglichkeiten es beim Neubau oder der Hausrenovierung gibt, etwas für Natur und Umwelt zu tun.

Zahlreiche weitere Anregungen für den Artenschutz in Haus und Garten finden alle Interessierten darüber hinaus in Büchern und Broschüren oder im Gespräch mit dem kompetenten NABU-Team am Stand.

Tradition bei der Öko-Trends-Messe hat bereits der Einsatz des Glücksrades. Junge und ältere Naturexperten können hier ihr Wissen über die Natur und die Biologie in zahlreiche kleine Preise umwandeln.

Ein Besuch des NABU-Standes lohnt sich daher auf jeden Fall!

Für Rückfragen:
Michael Röth: Tel.: 0177 4073654
Thomas Mathias: Tel.: 0175 7258273
oder
Adolf Beck: Tel.: 06055 4425 oder 0171 4876587

50 Jahre NABU - Natur-und Vogelschutzgruppe Meerholz-Hailer


Namen von links: 
Günther Pöllen, der 2. Vorsitzende des Vereins, Bürgermeister Thorsten Stolz, Daniel Böhm, Ehrenmitglied Irmgard Schäfer, Stadtverordnetenvorsteherin Pia Horst, Vereinsvorsitzender Siegbert Czutka; Foto: NABU/S.Winkel

Foto: NABU/S.Winkel

Ereignisreiche 50 Jahre wurden gefeiert am 2./3.7.2011 in der Jahnhalle Hailer, als die NABU- Natur- und Vogelschutzgruppe Meerholz-Hailer zu ihrem runden Jubiläum eingeladen hatte. Zahlreiche Mitglieder und Aktive sowie Repräsentanten des öffentlichen Lebens und befreundeter Vereine aus der Region füllten die Jahnhalle zur feierlichen Abendveranstaltung am 2. Juli. Vereinsvorsitzender Siegbert Czutka führte launig und locker durch den Abend, der mit zahlreichen Grußworten gut aufgelegter Gäste, u.a. von Bürgermeister und Schirmherr Thorsten Stolz und Kreisbeigeordneten Andre Kavai eröffnet wurde. Voll des Lobes waren die Redner vor allem für die Vielzahl der Aktivitäten und die überregionalen Erfolge der Meerholz-Hailer Jugendarbeit bei nationalen Wettbewerben wie "Jugend forscht" und dem Bundesumweltwettbewerb. weiter

Sumpfschildkröten wandern wieder



Beobachtungen sind wichtig für hessisches Artenschutzprojekt

Foto: NABU/S.Winkel

Foto: NABU/S.Winkel

"Hessens Sumpfschildkröten sind wieder auf Wanderschaft - und in dieser Zeit besonders gefährdet," berichtet Sibylle Winkel vom hessischen Artenschutzprojekt Sumpfschildkröte. Die Biologin leitet zusammen mit Dr. Matthias Kuprian das Schutzprojekt Europäische Sumpfschildkröte in Hessen. Die bestandsbedrohten Reptilien zählen zu den seltensten Tierarten unseres Bundeslandes.

Obwohl Sumpfschildkröten beinahe ihr ganzes Leben im Wasser verbringen - dort schlafen, fressen und sogar überwintern - zieht es sie in den Sommermonaten für kurze Zeit an Land. Auf der Suche nach Geschlechtspartnern oder einer guten Eiablagestelle wandern die Reptilien, die schon alt waren, als die Dinosaurier ausstarben, oft kilometerweit über Land. Leider sind diese Wanderungen in unserer modernen Welt zu sehr gefährlichen Ausflügen für die Tiere geworden.

"Die Tiere sind zwar gegen allerlei Fraßfeinde gewappnet," sagt Sibylle Winkel, "die Evolution hat aber nicht mit dem Straßenverkehr und dem Menschen selbst gerechnet." Die Rücken- und Bauchpanzer der Tiere halten Autos nicht stand. So werden manche Tiere bei ihren Überlandwanderungen Opfer des Straßenverkehrs. Sie werden zerquetscht oder sterben Tage später an schweren innern Verletzungen. Nur manchmal werden die Tiere noch rechtzeitig am Straßenrand aufgefunden und von aufmerksamen Passanten in Sicherheit gebracht.

"Doch nicht immer ist der Fund der Tiere auch deren Rettung", bedauert die Artenschützerin. "Nicht wenige der Findlinge geraten jetzt erst recht in Gefahr: Denn aus überzogener Tierliebe und Unwissen werden einige der Findlinge mitgenommen und dann in einen privaten Gartenteich oder ein Terrarium gesperrt. Hier können sie nicht mehr zum Arterhalt beitragen und sind für die Population verloren. Die frei lebenden Bestände werden so weiter ausgedünnt und sind kaum noch überlebensfähig."

Sibylle Winkel weist daher darauf hin, dass es nach dem Bundesnaturschutzgesetz streng verboten ist, die europaweit geschützten Wildtiere aus der Natur zu entnehmen und dann in Gefangenschaft zu halten.

Wer den Tieren helfen will, sollte Fundtiere und Beobachtungen umgehend an die Hessische Arbeitsgemeinschaft Sumpfschildkröte melden, damit die Bestände in freier Natur geschützt werden können.

Die Mitarbeiter der AG Sumpfschildkröte holen die Tiere ab oder organisieren den Transport und nehmen auch alle Sichtbeobachtungen entgegen.

Sumpfschildkröte-Infotelefon:
Dipl.-Biol. Sibylle Winkel 069 8484 9185 oder Dr. Matthias Kuprian 0173 3751 580.

Mehr Infos zum Sumpfschildkrötenprojekt Hessen auf www.sumpfschildkröte.de

Wer hat den Eisvogel gesehen?



NABU-Arbeitskreis Eisvogel sammelt Eisvogel-Beobachtungen

Foto: NABU/M.Delpho

Foto: NABU/M.Delpho

Liebe Naturfreunde und Naturbeobachter im Main-Kinzig-Kreis, in der Stadt Hanau und den angrenzenden Regionen,

seit rund 30 Jahren beobachtet der Arbeitskreis Eisvogel des NABU die Bestandssituation des fliegenden Edelsteins im Main-Kinzig-Kreis. Zahlreiche ehrenamtlich aktive Vogelschützer trugen jährlich Daten aus allen Teilen des Kreises zusammen, um die Entwicklung der Eisvogelpopulation zu dokumentieren.

Seit dem Rückzug des langjährigen AK-Sprechers Eckard Sauer im Jahr 2009 läuft allerdings die ehrenamtliche Arbeit des Arbeitskreises auf Sparflamme.

Um den AK neu zu beleben, haben Michael Röth und Matthias Kuprian vom NABU-Kreisvorstand zunächst kommissarisch die Leitung übernommen, bis ein neuer Sprecher oder ein Sprecherrat aus mehreren Personen die Koordination übernimmt.

Wir bitten Sie daher, alle Eisvogelbeobachtungen (Bruten, Brutverdachte oder auch nur Einzelbeobachtungen) aus dem vergangenen Jahr 2010 und dem laufenden Jahr 2011 zu melden.

Bitte füllen Sie den beigefügten Erhebungsbogen aus oder geben Sie Ihre Beobachtungen einfach so telefonisch oder per E-Mail weiter.

Auch Fehlanzeigen für Gemarkungen oder Gewässersysteme sind wichtig, da die Bestände in den vergangenen Wintern stark geschrumpft sind und sich erst jetzt wieder erholen.

Der wichtigste Zweck der Beobachtung ist die praktische Hilfe: Wenn wir Gefahren erkennen, können wir als NABU-Aktive auch für Abhilfe sorgen. Gleichzeitig liefern die langfristigen Beobachtungen sehr wichtige Datenreihen für den Naturschutz und die Wissenschaft. Die Auswertungen werden wir regelmäßig im Netz und über die Presse veröffentlichen.

Zur Komplettierung unseres Beobachternetzes suchen wir zudem noch aufmerksame Eisvogelfans und Naturbeobachter, die Lust haben im AK mitzumachen. Besondere Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Mitzubringen sind nur viel Spaß bei der Naturbeobachtung und ab und zu eine halbe Stunde Zeit, uns die Beobachtungen zu melden.

Interessierte können sich bei Michael Röth oder Matthias Kuprian melden:

Eisvogel-Kontakttelefon: 06055 / 82700 oder 069 / 84849185 oder 0173 3751580
Eisvogel-E-Mail: s.winkel@nabu-mkk.deoder m.roeth@nabu-mkk.de

Download Eisvogel-Beobachtungsbogen MKK
(Falls sich der Link nicht automatisch öffnet, klicken Sie bitte mit der rechten Maustaste auf ihn. Dann "Ziel speichern unter". Anschließend können Sie die Datei vom gewählten Speicherort aus aufrufen.)

NABU auf dem IKEA-Umwelttag



IKEA-Umwelttag

IKEA-Umwelttag

Seit mehreren Jahren kooperieren NABU-Gruppen mit IKEA auf lokaler Ebene, um gemeinsam Ideen für den verantwortungsvollen Umgang mit der Erde und mit Rohstoffen zu entwickeln.

Nun soll diese erfolgreich laufende Zusammenarbeit bundesweit ausgedehnt werden.

Startschuss für diese neue Initiative bildete der diesjährige IKEA Umwelttag, der bundesweit in enger Zusammenarbeit mit dem NABU durchgeführt wurde.

Auch der NABU Kreisverband Main-Kinzig beteiligte sich bei IKEA-Hanau mit einem Infostand.

Mitglieder der Ortsgruppen aus Hanau-Steinheim, Hanau-Großauheim, Maintal und Bruchköbel informierten die interessierten IKEA-Kunden und Besucher zu Naturschutzthemen wie dem Vogel des Jahres, dem Bau von Nistkästen oder der naturnahen Gestaltung des eigenen Gartens.

Amphibienschützer unterwegs



Amphibienwanderung

Amphibienwanderung

Der Arbeitskreis Amphibien im NABU-Kreisverband Main Kinzig lud am Sonntag ,den 5. Juni 2011 zu einer Wanderung ein. Ausrichter war die NABU-Gruppe Wächtersbach-Neudorf-Aufenau. Die Exkursion unter Leitung von Stefan Nix führte in die Feuchtwiesen von Aufenau. Leider sind ein Großteil der ehemaligen Feuchtwiesen durch Entwässerungsgräben in den Auwiesen trockengelegt. Die NABU-Gruppe Wächtersbach bemüht sich seit Jahren noch bestehende Tümpel zu erhalten und neue Wasserflächen zu schaffen. So im NSG-Zellerau, Teichanlagen bei Neudorf. Vor allem kleinere Flachtümpel in den Wiesen dienen als Rastplatz für Zugvögel, den Storch, den Kranich sowie als Laichgewässer für Frösche, Kröten und Gelbbauchunken. Die neu geschaffenen Tümpel und Teiche begünstigen die Ansiedlung von Störchen und werten das Gebiet Zellerau als wichtigen Trittstein im Teich- und Tümpelverbund des NSG Feuchtwiesen wesentlich auf.

Die Belegung des Storchennestes in Wächtersbach mit erfolgreicher Brut von 3 Jungstörchen sowie Vorkommen von Gelbbauchunken in den Flachtümpeln sind ein Indiz für die erfolgreichen Bemühung der Wächtersbacher Natuschützer.

An der Kinzig wurden die Tätigkeiten des Bibers durch angenagte Bäume, Spuren, Erdlöcher und Dammbau festgestellt.

Ein Storch erfreute die Exkursionsteilnehmer bei ihrer Wanderung mit seinen Flugkünsten als wollte er den Amphibienschützern sagen "Macht weiter so, ich brauche Euch!"

NABU-Ortsgruppe Maintal warnt vor Gelbfallen



Achtung Hobbygärtner!

Ein aufmerksamer Hobby-Gärtner aus Därnigheim meldete der NABU-Ortsgruppe Maintal folgende Beobachtung:
Zur Abwehr von Schadinsekten in einem Nussbaum wurde eine sogenannte "Gelbfalle" ins Geäst gehängt, auf der die lästigen Schadinsekten kleben bleiben sollen.

Zu seinem Schrecken musste er jedoch entdecken, dass neben den Insekten auch eine große Anzahl an Vogelfedern an der Falle zu finden war. Es ist anzunehmen, dass der Verlust der Federn, bzw. das Verkleben weiterer Federn für kleinere Singvögel lebensgefährlich, wenn nicht gar tödlich ist. Die Vögel werden von den Insekten auf der Falle angelockt und können somit unbeabsichtigt selbst Opfer dieser Schädlingsfalle werden.

Der Vorsitzende Hanns P. Golez bittet alle Hobby-Gärtner, dies beim Ausbringen der Gelbfallen an Kirsch- oder Nussbäumen zu bedenken und gibt den Rat des Dörnigheimer Hobby-Gärtners gerne weiter, die Fallen mit engmaschigem Draht zu umgeben, um die Vögel nicht unnötigerweise zu gefährden.

Schließlich sind unsere Singvögel doch unsere größten Helfer beim Beseitigen von Schadinsekten, denn gerade jetzt werden Unmengen davon für die Aufzucht der Jungvögel benötigt!

NABU Waldmäuse pflanzen Walnusshain auf der Mauseller



Stolze Pflanzer: Jan, Jannik und Luca (von links) mit ihrem ersten Bäumchen (Foto: Sibylle Winkel

Stolze Pflanzer: Jan, Jannik und Luca (von links) mit ihrem ersten Bäumchen (Foto: Sibylle Winkel)

Frühjahrszeit ist Pflanzzeit - auch bei den Waldmäusen, einer Kinder- und Jugendgruppe des NABU Steinau. Kurz vor Ostern trafen sich rund 25 Kinder und Jugendliche zur Pflanzaktion in einem kleinen Waldstück auf der Mauseller. Gepflanzt wurden diesmal 30 Walnussbäume, eine Baumart, die im Jahr 2008 zum Baum des Jahres gewählt wurde, weil das früher übliche Anlegen kleiner Nusshaine aus der Mode gekommen ist. Im Gegensatz zu Obstbäumen werden Nussbäume im Frühjahr gepflanzt.

30 hoffnungsvolle Jungbäumchen und das dazugehörige Pflanzmaterial warteten schon, als die jungen Aktiven mit Spaten und Hacken die Lichtung erreichten. Rolf Weber vom NABU Steinau demonstrierte am ersten Bäumchen das Einsetzen, Beschneiden der Wurzel, Befestigen des Baumpfahls und des Verbissschutzes. Joshua, Jonas, Jannik, Lisa-Marie, Kira, Luca und Jan, Marius, Elias, Jöris, Nils und Nico, Moritz und Felix u.a. hörten aufmerksam zu. Dann ging es los.

Unterstützt von den NABU-Betreuern Elke und Rolf Weber sowie einigen Eltern ging die Arbeit rasch voran. Schon nach eineinhalb Stunden waren die Bäumchen in der Erde und man machte sich an die Feinarbeit - Verbissschutz und abschließendes Angiessen.

Waldeigentümer Richard Borek gab gern seine Erlaubnis für die Aktion und freut sich darüber, dass das Nahrungsangebot für die Wildtiere künftig noch etwas reichhaltiger sein wird. Die mit der Forstverwaltung beauftragte Firma Oldershausen Holz- und Forstservice und Förster Thomas Müller stellten die Bäumchen zur Verfügung und werden gemeinsam mit den NABU-Waldmäusen ein Auge auf ihre Entwicklung haben.

Angiessen: Nach dem Einsetzen des Baums gießt Jannik an, daneben Matthias Kuprian mit seinen Söhnen Jan und Luca (Foto: Sibylle Winkel)

Angiessen: Nach dem Einsetzen des Baums gießt Jannik an, daneben Matthias Kuprian mit seinen Söhnen Jan und Luca (Foto: Sibylle Winkel)

Natürlich war die Pflanzaktion heute noch nicht alles, sagt die Biologin Sibylle Winkel, stellvertretende Vorsitzende des NABU Kreisverbandes Main-Kinzig. "Kinder lernen an diesem Beispiel auch, dass gepflanzte Jungbäumchen noch einige Zeit Pflege brauchen, um sich gut zu entwickeln." Weil das Frühjahr bislang außerordentlich trocken ist, sollen die Bäumchen einige Male gewässert werden. Benachbartes Gestrüpp wird in den ersten zwei bis drei Jahren zurückgeschnitten, wenn es die Bäumchen bedrängt. Auch später noch wollen die NABU-Aktiven gemeinsam mit den "Waldmäusen" - dann als junge Erwachsene - zurückkehren und die Entwicklung des Walnusswäldchens verfolgen.

Wenn die Walnussbäumchen in 10 bis 15 Jahren ins Ernte-Alter kommen, werden sie sich revanchieren, indem sie Eichelhäher, Eichhörnchen, Bilchen und Co. - und ab und an auch den zukünftigen NABU-Waldmäusen - eine stattliche Zahl schmackhafter Nüsse zu knacken geben. Nüsse produzieren sollen die Bäume so lange wie möglich und ein hohes Alter erreichen, obwohl Walnüsse auch ein sehr hochwertiges und begehrtes Nutzholz liefern.

"Die Pflanzung zukünftiger Nussbaum-Generationen erübrigt sich dann", schmunzelt Sibylle Winkel. "Das übernehmen Eichelhäher und Eichhörnchen in eigener Regie ...""

Bestandstiefe erst teilweise überwunden



NABU Main-Kinzig nach Wasseramselzählung nur teilweise zufrieden

Die Wasseramsel ist der Charaktervogel der Bäche und Flüsse unserer Mittelgebirge (Foto: NABU Archiv/Rolf Jürgens)

Die Wasseramsel ist der Charaktervogel der Bäche und Flüsse unserer Mittelgebirge (Foto: NABU Archiv/Rolf Jürgens)

"Der Bestand hat sich zwar etwas erholt, aber zufrieden sind wir mit dem Ergebnis noch nicht", erklärt Horst Basermann, Arbeitskreisleiter Wasseramsel im NABU Kreisverband Main-Kinzig. Nur 2009 gab es im Main-Kinzig-Kreis mit nur 33 Prozent besetzter Nistplätze noch weniger Brutpaare. Im Jahr 2010 waren immerhin wieder 37 Prozent der vom NABU bereit gestellten künstlichen Nisthilfen von Wasseramseln belegt. Dies ist aber das zweitschlechteste Ergebnis seit der Bestand im Jahr 1988 regelmäßig überwacht wird, ergänzt Basermann.

Rund 320 Spezial-Nistkästen stehen aktuell den Tieren im MKK an über 40 Fließgewässern mit einer Länge von 340 Kilometern zur Verfügung. Rund 40 Prozent und mehr der Kästen sind normalerweise von Wasseramseln bewohnt. Gelegentlich nutzen auch andere Vogelarten wie Zaunkönig, Bach- und Gebirgsstelze die Luxusbehausungen. Die meisten Tiere brüten im Main-Kinzig-Kreis entlang der Bäche und Flüsse, die von Spessart, Rhön und Vogelsberg der Kinzig zufließen. Hier finden die Tauchvögel klares Wasser mit einer optimalen Sichttiefe sowie Kies und Geröll als Substrat. Auch die Kinzig selbst bietet in ihrem Ober- und Mittellauf zahlreichen Brutpaaren genug Nahrung.

Im flachen Westkreis dagegen dünnt die Population aus. In den Sandbächen der Niederung kann sich der Vogel beim Tauchen nicht im Substrat festkrallen; zudem ist das Nahrungsangebot in diesen Gewässern nicht ausreichend. Die Kinzig selbst ist in ihrem Unterlauf zu tief und zu trüb für die nach Wasserinsekten tauchenden Tiere.

Weit über 20 Aktive tragen jährlich für das NABU-Langzeitprojekt Daten aus allen Teilen des Kreises zusammen, um die Entwicklung der Population zu dokumentieren. Neben dem konkreten Artenschutz steht für die ehrenamtlichen Naturschützer das Monitoring der Fließgewässer im Vordergrund.

Der Wasseramselbestand ist ein gutes Frühwarnsystem für den Zustand der Fließgewässer in den Mittelgebirgslagen, betont NABU-Biologin Sibylle Winkel. Geht es dem Wasseramselbestand gut, ist auch das gesamte Ökosystem in einem guten Erhaltungszustand. Die Langzeitbeobachtungen des NABU liefern deshalb sehr wichtige Datenreihen und wissenschaftliche Erkenntnisse, die auch für die Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie und der FFH-Richtlinie von Bedeutung sind. Sollte der Bestand im Main-Kinzig-Kreis dauerhaft unter 120 Brutpaare sinken, wäre das ein deutliches Alarmsignal, so die Biologin.

Als Hauptursache für das Bestandstief vermuten Basermann und Winkel die strengen Winter der vergangenen Jahre. Auch vereinzelte Verluste durch den kletterfreudigen Waschbär können nicht ganz ausgeschlossen werden. Allerdings sind die meisten Nistkästen beispiels weise unter Brücken so angebracht, dass die nordamerikanischen Neubürger diese nicht erreichen können.

Noch ist die Talsohle des Wasseramselbestandes nicht durchschritten, bedauert Basermann. Nach dem Bestandstief mit nur noch 106 Brutpaaren im Jahr 2009 konnten 2010 aber immerhin wieder 117 Brutpaare verzeichnet werden, so Horst Basermann. Wir müssen uns also bis 2012 gedulden, um zu sehen, ob sich der Bruterfolg des kleinen Tauchvogels wieder normalisiert.

Zur Komplettierung des Beobachternetzes im Main-Kinzig-Kreis sucht der NABU noch Wasseramselfans und Naturbeobachter, die ein- oder zweimal im Jahr eine Bestandskontrolle durchführen.

Interessierte können sich bei Horst Basermann melden: Tel. 06663 - 5351.

Weitere Informationen zum Wasseramsel-Monitoring des AK

Geocaching - Freizeitspass mit Nebenwirkungen



Steinbruch

Steinbruch

Geocaching als moderne Form der Schnitzeljagd hat sich in den letzten Jahren Dank dem Einsatz moderner GPS-Geräte zur Massenbewegung entwickelt.

Leider macht dieser an sich durchaus positive Freizeitsport auch vor unseren Schutzgebieten und - was besonders ärgerlich ist - auch vor Brutstandorten von Uhu und Wanderfalke keinen Halt. An einem Beitrag über die Situation in Rheinland-Pfalz und Hessen, der in diesen Tagen in der Fachzeitschrift "Der Falke" veröffentlicht wird, hat neben Dr. Klaus Richarz von der staatlichen Vogelschutzwarte und zwei Ornithologen aus Rheinland-Pfalz auch unser NABU-Vorstandsmitglied im MKK Matthias Kuprian mitgewirkt.

Naturfreunden, die zu diesem Thema bereits Erfahrungen in Schutzgebieten gemacht haben, wären wir für eine Rückmeldung dankbar.

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