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Einladung zum Vortrag "Naturschutzleitlinie im hessischen Staatswald"



Alter Wein in neuen Schläuchen? Oder doch mehr Artenvielfalt im Hessenwald? Was hat es auf sich mit Kernflächen, Habitatsbäumen und Patenschaftsforstämtern?

Wirtschaftswald (Foto: Sibylle Winkel)

Wirtschaftswald (Foto: Sibylle Winkel)

Zu einer Vortragsveranstaltung über die neue Naturschutzleitlinie für den Wald des Landesbetriebs Hessen-Forst lädt der NABU Kreisverband Main-Kinzig alle Natur- und Waldfreunde am Donnerstag, den 24. Mai 2012 nach Steinau an der Straße ein. Referent ist der Forstamtsleiter des Forstamtes Schlüchtern, Jörg Winter sowie die Regionalbetreuerin NATURA 2000, Gisela Rösch

Veranstaltungsort ist die Gaststätte "Grüner Baum, Leipziger Str. 45, 36396 Steinau an der Straße", direkt an der ehemaligen B40.

Der Vortrag beginnt um 19:00 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Kontaktdaten: Franz Josef Jobst
Telefon: 0173 7218670
E-Mail: f.jobst@nabu-mkk.de

Hintergrund und weitere Infos zur Naturschutzleitlinie für den Hessischen Staatswald

Die durch Hessen-Forst erarbeitete Naturschutzleitlinie für den Hessischen Staatswald wurde am 26.08.2010 durch Frau Ministerin Lautenschläger per Erlass in Kraft gesetzt. Die Naturschutzleitlinie soll dazu beitragen, bei der Bewirtschaftung des Staatswaldes die Biodiversitätsziele des Landes Hessen zu erreichen. Im Einzelnen dient sie dazu, die naturschutzfachlichen Ziele der Helsinki-Erklärung und die im Rahmen des Countdown 2010 eingegangene Selbstverpflichtung des Landes Hessen für den Staatswald in konkretes Handeln zu überführen. Die Mittel dazu sind ein Konzept zum Erhalt von Habitatbäumen für seltene und bestandsbedrohte Arten wie Schwarzstorch oder Bechsteinfledermaus sowie ein Konzept zur Ermittlung wertvoller Kernflächen im Wald. Diese Kernflächen sollen künftig aus der regulären Nutzung genommen und als „Hot Spots“ der Artenvielfalt entwickelt werden. Gleichzeitig werden Patenschaftsforstämter gebildet, die eine besondere Verantwortung für den Erhalt herausgehobener Tier und Pflanzenarten übernehmen. Die Naturschutzverbände wurden von Hessen-Forst aufgerufen, sich an der Auswahl der „Kernflächen“ zu beteiligen. Der NABU Main-Kinzig begrüßt die Naturschutzinitiative des Landesbetriebs Hessen-Forst und möchte mit der geplanten Veranstaltung am 24.5.2012 den Naturschutz-Aktiven und Interessierten Gelegenheit zu einer ersten Information geben.

Einladung zum Dohlenvortrag



NABU und LBV: Dohle ist "Vogel des Jahres 2012"
Die intelligenten Singvögel brauchen einen besseren Schutz ihrer Lebensräume

Dohle (Foto: Sibylle Winkel)

Dohle (Foto: Sibylle Winkel)

Zu einer Vortragsveranstaltung über den Vogel des Jahres 2012, die Dohle, lädt der NABU Kreisverband Main-Kinzig alle Naturfreunde am Freitag, den 11. Mai nach Freigericht-Altenmittlau ein. Referent ist der Ornithologe und Mitglied des NABU-Kreisvorstandes Michael Röth.

Veranstaltungsort ist das Vereinshaus der NABU-Gruppe Altenmittlau (Tannenweg).

Der Vortrag beginnt um 20:00 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Kontaktdaten: Michael Röth
Telefon: 06055-82700
E-Mail: m.roeth@nabu-mkk.de
Dohle (Foto: NABU/M.Vollborn)

Dohle (Foto: NABU/M.Vollborn)

Im Internet ist die Dohle unter www.NABU.de oder www.Vogel-des-Jahres.de zu finden.

Die Farbbroschüre zum Jahresvogel 2012 (Art.-Nr. 1944) kann für 1 Euro zzgl. Versandkosten beim NABU-Natur-Shop, Am Eisenwerk 13, 30519 Hannover (oder www.NABU.de/infomaterial) bezogen werden.

Pressefotos zum Vogel des Jahres unter http://www.nabu.de/presse/fotos/#vogeldesjahres.

Hintergrundinformationen

Starke Rückgänge bei Erdkröte und Grasfrosch bereiten Naturschützern Sorge



Arbeitskreistreffen des AK Amphibienschutz im NABU Kreisverband Main-Kinzig

Erdkröte (Foto: Sibylle Winkel)

Erdkröte (Foto: Sibylle Winkel)

Gut besucht war das jüngste Treffen des Arbeitskreises Amphibien im NABU Kreisverband Main-Kinzig am 27. April 2012. Der NABU Kreisverband hatte die Amphibienschützer diesmal nach Altenmittlau eingeladen, um die aktuelle Situation der Amphibien im Kreisgebiet zu erörtern.

Bereits seit rund 20 Jahren beobachten und betreuen die NABU-Aktiven zahlreiche Populationen von Molchen, Fröschen und Kröten im gesamten Kreisgebiet. Neben dem Amphibienschutz an Straßen widmen sich die ehrenamtlichen Naturschützer vor allem der Betreuung von Schutzgebieten sowie der Neuanlage von Lebensräumen.

Breiten Raum nahm in der regen Diskussion die Verbesserung des Amphibienschutzes in Biebergemünd an der B276 sowie in Steinau an der B 40 entlang des Stausees ein. Mit über 2000 geretteten Erdkröten und zahlreichen Grasfröschen sowie Teich- und Bergmolchen konnte die wieder gegründete NABU-Gruppe Biebergemünd um Daniela Elsesser-Lamboy, Ute Raab und Claudia Schmitt-Demir einen schönen Erfolg verbuchen. Allerdings wurden auch wieder zahlreiche Kröten und Molche ein Opfer des Straßenverkehrs.

Kritisiert wurde allerdings das Verhalten mancher Autofahrer, die mit ihrer rücksichtslosen und zu schnellen Fahrweise die Amphibien wie auch deren Schützerinnen und Schützer unnötig in Gefahr bringen, so Thomas Mathias vom NABU Kreisverband und Daniela Elsesser-Lamboy vom NABU Biebergemünd.

Erdkrötenpaar (Foto: Sibylle Winkel)

Erdkrötenpaar (Foto: Sibylle Winkel)

Sorge bereiteten den NABU Experten aktuell die im gesamten Kreisgebiet stark geschrumpften Bestände an Erdkröte und Grasfrosch. Fast überall im Main-Kinzig-Kreis konnten 2012 teilweise nur die Hälfte der erwarteten Populationsstärke beobachtet werden. Unklar ist bis dato, ob es sich dabei um eine natürliche Bestandsschwankung handelt, erklärt Dr. Matthias Kuprian, Vorstandsmitglied im NABU-Kreisverband.

Als Ursachen kommt einerseits der teilweise ungewöhnlich trocken-kalte Winter in Frage. Obwohl der vergangene Winter insgesamt gesehen sogar eher zu warm war, machten die tiefen Temperaturen bei fehlender, schützender Schneedecke in der Spätphase des Winters vielen Tieren offenbar zu schaffen.

Amphibien-Paradies (Foto: Sibylle Winkel)

Amphibien-Paradies (Foto: Sibylle Winkel)

Eine andere mögliche Ursache für die schwindenden Bestände sehen die Naturschützer in der starken Zunahme neuer Räuber. Auch im Main-Kinzig-Kreis haben wie in ganz Hessen neu eingebürgerte Prädatoren wie der Waschbär und der Marderhund stark zugenommen. Beide Arten, die ursprünglich in Deutschland nicht heimisch waren, räubern besonders im Spätwinter und Frühjahr die leicht erreichbaren Kröten und Frösche auf ihrem Weg zu den Laichgewässern.

Die größten Verluste verursacht derzeit im Kreisgebiet der Waschbär, dessen Bestände teilweise regelrecht explodiert sind. Der NABU will daher die Bestandssituation der Amphibien und deren Prädation durch Neozoen wie Waschbär, Marderhund und Mink in den kommenden Jahren besonders thematisieren, so Matthias Kuprian.

Auf breite Zustimmung stieß unter den Amphibienschützern der Vorschlag, das Aufgabenfeld des Arbeitskreises künftig auch um den Reptilienschutz zu erweitern. Der Main-Kinzig-Kreis bietet Lebensräume auch für sehr seltene Reptilienarten, wie die Kreuzotter oder die europäische Sumpfschildkröte.

Verbessern möchte der Arbeitskreis künftig seine Außendarstellung und insbesondere seinen Internetauftritt, erklärt Matthias Kuprian. Damit erhoffen sich die ehrenamtlichen Artenschützer nicht nur eine größere Aufmerksamkeit sondern auch die Mitwirkung weiterer aktiver Artenschützer.

NABU Wasseramselzählung



Bestand auf niedrigem Niveau stabilisiert - Dürrefrühjahr 2011 zeigt Auswirkungen

Nach dem Bestandstief der letzten Jahrzehnte mit nur noch 106 Brutpaaren im Jahr 2009 konnte der Arbeitskreis Wasseramsel des NABU Kreisverbandes Main-Kinzig im Jahr 2011 wieder 122 Brutpaare zählen. Damit hat sich der Bestand leicht erholt und auf niedrigem Niveau stabilisiert. Zufrieden sind die Naturschützer mit diesem Ergebnis noch nicht. Innerhalb des Verbreitungsgebietes kam es zu Verschiebungen. Eine Ursache sehen die NABU-Experten im Dürrefrühjahr 2011. Weiter

Jahresdelegiertenversammlung des NABU Main-Kinzig:



Zahlreiche Aktivitäten und ein wichtiger Erfolg zum Jahresende

Der NABU-Vorstand unterstützt die Kindergruppen in Brachttal und Grossenhausen mit Aktionsmaterial (Foto: Horst Basermann)

Der NABU-Vorstand unterstützt die Kindergruppen in Brachttal und Grossenhausen mit Aktionsmaterial (Foto: Horst Basermann)

NABU (MKK/HU): Der Kreisverband des Naturschutzbundes (NABU) Main-Kinzig sowie der Stadt Hanau blickt auf ein sehr erfolgreiches Jahr 2011 zurück. Anlässlich der mit über 40 Teilnehmern sehr gut besuchten Jahresdelegiertenversammlung des Naturschutzverbandes am 20.01.2011 in Hasselroth berichtete der Vorstand über zahlreiche Aktivitäten und Veranstaltungen des vergangenen Jahres und hielt einen Ausblick auf das Jahr 2012.

Mit weit über 3000 Mitgliedern ist der NABU Kreisverband nicht nur der mitgliederstärkste Kreisverband des Naturschutzbundes in Hessen sondern auch die aktivste Naturschutzorganisation im Main-Kinzig-Kreis.

Die Aktivitäten des Verbandes reichten 2011 von Artenschutzprojekten über Pflegeeinsätze in verbandseigenen Schutzgebieten bis zur Durchführung von Führungen und Infoveranstaltungen.

Besondere Erwähnung fanden dabei der Vortrag zum Vogel des Jahres durch Vorstandsmitglied Michael Röth in Schöneck und eine Infoveranstaltung über Streuobstwiesen von Norbert Möller. Auch mehrere Veranstaltungen zur europäischen Bat Night waren im Main-Kinzig-Kreis ein voller Erfolg, so Franz Josef Jobst.

NABU-Urgestein und Vorstandsmitglied Karl Seyler führte 9 gut besuchte Vogelstimmenwanderungen durch und in Mernes berichtete der Hanauer Biologe Martin Schroth über das überregional viel beachtete Wildpferdeprojekt im FFH-Gebiet Campo Pond in Hanau und die Heimat der Wildpferde Kirgistan.

Vertreten war der NABU-Kreisverband auch auf dem Kreiskirchentag in Schlüchtern und wie bereits in den Jahren zuvor auf der Messe "ÖKO Trends" in Gelnhausen. Dabei präsentierte Vorstandsmitglied Thomas Mathias gemeinsam mit seinen Kollegen Michael Röth und Adolf Beck vor zahlreichem Publikum eine originalgetreu konstruierte Hauswand, an der die verschiedensten Nist- und Unterschlupfmöglichkeiten für Vögel, Fledermäuse und Insekten demonstriert wurden.

Die NABU-Kreisdelegiertenversammlung war dieses Mal besonders gut besucht (Foto: Horst Basermann)

Die NABU Kreisdelegiertenversammlung war dieses Mal besonders gut besucht (Foto: Horst Basermann)

Gemeinsam mit Mitgliedern aus den Ortsgruppen Maintal, Hanau-Steinheim und Hanau-Großauheim sowie Bruchköbel-Roßdorf wurde zudem ein Infostand auf dem IKEA-Umwelttag in Hanau gestaltet.

Jobst berichtete weiter, dass auch die Stunde der Gartenvögel von der Bevölkerung sehr gut angenommen wurde. Kreisweit wurden in 147 Gärten 4297 Vögel gezählt, das waren etwa 50% mehr Teilnehmer als in 2010.

Das umfangreiche NABU-Programm wurde ergänzt durch eine vielfältige Pressearbeit in regionalen und überregionalen Medien sowie durch Interviews und Berichte in Rundfunk und Fernsehen.

Vom Kreisvorstand besonders gewürdigt wurde die erfolgreiche Mitgliederwerbung der NABU-Gruppe Großkrotzenburg sowie die Gründung von NABU-Kindergruppen in Großenhausen und Brachttal.

Im Anschluss an den Vorstandsbericht führte die stellvertretende Kreisvorsitzende Sibylle Winkel die Delegierten in das Thema Maikäferproblematik ein. Hierzu berichteten die beiden Biologen und Insektenkundler Petra Zub und Dr. Wolfgang Nässig über die ursprünglich geplante, in der Zwischenzeit aber von Hessens Umweltministerin Puttrich gestoppte Pestizidbekämpfung der Maikäfer durch den Landesbetrieb Hessen-Forst.

Gemeinsam mit der HGON und weiteren Umweltverbänden im Main-Kinzig-Kreis entfalteten der NABU-Kreisverband und die betroffenen Ortsverbände zahlreiche Aktivitäten, um den Gifteinsatz rund um Hanau noch zu verhindern. Die folgende Diskussion zeigte, wie sehr das Thema den Naturschützern im gesamten Kreisgebiet unter den Nägeln brannte und wie erleichtert alle darüber sind, dass die hessische Umweltministerin das Ansinnen von Hessen Forst noch rechtzeitig gestoppt hat.

Die stellvertretende Vorsitzende und Artenschutzexpertin Sibylle Winkel lobte die Entscheidung des Umweltministeriums als richtungweisend und als wichtigen Erfolg für den Naturschutz im Main-Kinzig-Kreis.

Auch im Jahr 2012 will der NABU-Kreisverband seine Anstrengungen zum Erhalt der Artenvielfalt weiter steigern, kündigte das Führungstandem Winkel und Jobst an.

Um dies zu erreichen, will der NABU sein Engagement im Flächenschutz weiter ausbauen. In Zusammenarbeit mit den NABU-Ortsgruppen sollen weitere Naturschutzflächen durch den Verband erworben werden.

Zudem soll auch die Arbeit der verschiedenen NABU-Arbeitskreise, die sich für den Erhalt der Biodiversität im Kreisgebiet einsetzen, weiter verstärkt werden.

Kein Pestizid-Einsatz gegen Maikäfer im Forstamt HU-Wolfgang



NABU begrüßt Entscheidung des Umweltministeriums

NABU (MKK/Hanau): Mit großer Erleichterung hat der NABU-Kreisverband Main-Kinzig die Entscheidung von Umweltministerin Puttrich aufgenommen, den geplanten Pestizideinsatz des Landesbetriebs Hessen-Forst zu Maikäferbekämpfung im Bereich des Forstamtes Hanau-Wolfgang zu untersagen.

Als gesetzlich anerkannter Natur- und Umweltschutzverband hat der Naturschutzbund den Einsatz des auf alle Tiere wirkenden Nervengiftes PERFEKTHION strikt abgelehnt.

Der Einsatz des nicht selektiv wirkenden Giftes hätte das gesamte Waldökosystem, darunter zahlreiche bestandsbedrohte Tierarten, getroffen. Ebenso hätte der geplante Maikäfer-Gifteinsatz europäischem Naturschutzrecht widersprochen und die biologische Vielfalt nicht nur in den betroffenen Natura 2000-Gebieten reduziert. Auch alle ökologischen Erkenntnisse der letzten Jahrzehnte wären durch das geplante Vorgehen von Hessen-Forst ignoriert worden. Der NABU ist hoch erfreut darüber, dass die Ministerin den Mut und die

Entschlossenheit aufbrachte, den Pestizideinsatz im Main-Kinzig-Kreis zu unterbinden und eine klare Entscheidung für Biodiversität und Artenvielfalt und zugunsten des gesunden Menschenverstandes zu treffen.

Damit bleibt dem Main-Kinzig-Kreis der Rückfall in die ökologische Steinzeit erspart. Die drohende Rückkehr zu den alten Grabenkämpfen der 1970er und 1980er Jahre zwischen Naturschützern und Nutzern und die damit verbundenen Folgen konnten so verhindert werden. Der NABU Kreisverband Main-Kinzig hofft nun, dass Gifteinsätze im hessischen Staatswald endgültig der Vergangenheit angehören und auch im Privat- und Kommunalwald die richtungweisende Entscheidung des Umweltministeriums nachhaltig Gehör findet.

Naturschützer veröffentlichen Info-Flyer



Die Naturschutzverbände lehnen Gifteinsatz im Wald ab

In der Diskussion um die von Hessen-Forst geplante Maikäferbekämpfung im Grenzgebiet zwischen Hessen und Bayern spricht sich ein länderübergreifendes Bündnis von Naturschutzverbänden klar gegen die chemische Keule aus. Auf Initiative der Botanischen Vereinigung für Naturschutz in Hessen (BVNH), des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland -Main-Kinzig (BUND), der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz, Arbeitskreis Main-Kinzig (HGON) und des Naturschutzbund (NABU), Kreisverband Main-Kinzig wird in den kommenden Tagen ein Flyer zu diesem Thema erscheinen, der gleichzeitig von der BUND/BN-Ortsgruppe Alzenau und vom Landesbund für Vogelschutz Kreisgruppe Aschaffenburg mit getragen wird.

Die Verbände kritisieren die Planungen von Hessen-Forst, weil sie grundlegende Erkenntnisse der Biologie und der Populationsdynamik von Insekten außer Acht lassen und somit das Käfer-Problem mittel- und langfristig noch verschlimmern, anstatt es zu lösen. Masssenvermehrungen von Insekten sind keine ökologischen Katastrophen sondern natürliche Vorgänge, die es schon immer in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen gegeben hat. Die Natur hilft sich hierbei selbst, indem sie die kahlgefressenen Bäume im sogenannten "Johannistrieb" Ende Juni neu ergrünen lässt. Zu große Käferpopulationen brechen regelmäßig aufgrund von Krankheiten und Parasitenbefall von selbst zusammen. Zwar fressen die Maikäfer-Engerlinge an den Wurzeln von Bäumen und anderen Pflanzen. Beschädigt werden dadurch aber in erster Linie nur sehr junge Bäume, die so einen Teil ihrer Feinwurzeln verlieren. Altbäume halten wegen der großen Menge vorhandener Feinwurzeln den Engerlingsfraß aus, können zwar geschwächt, aber nicht zum Absterben gebracht werden. Durch Käferfraß verursachte kleinflächige Lücken im Jungwuchs werden innerhalb weniger Jahre durch eine Naturverjüngung sofort wieder geschlossen. Durch eine Begiftung wird der Käfervermehrung eventuell zwar die Spitze genommen, aber die Population bleibt auf hohem Niveau erhalten, so dass in vier und in acht Jahren die nächsten Bekämpfungsaktionen nötig würden, da die kritische Schwelle zum natürlichen Zusammenbruch nicht überschritten wird. Andere, zum Teil sehr seltene Arten wären durch eine Vergiftungsaktion ebenso betroffen und würden durch sie aber sofort in eine Situation kommen, die das Ende des ganzen Vorkommens bedeuten kann.

Abgesehen davon gibt es in dem zur Debatte stehenden Gift-Einsatzbereich eine ganze Reihe von Fauna-Flora-Habitat- (FFH-) und Naturschutzgebieten sowie eine Vielzahl von Gewässern in die das Gift nach Herstellerangaben auch nicht in kleinsten Mengen gelangen darf. Um die Gewässer und damit das Grund- und Trinkwasser nicht zu gefährden und aus Naturschutzgründen dürfen diese Gebiete keinesfalls begiftet werden. Dies macht einen Erfolg der Aktion grundsätzlich fraglich, sofern man hier überhaupt von Erfolg reden kann.

Nicht zu Letzt geht von der geplanten Aktion auch eine Gefährdung für den Menschen aus. Deshalb müssen die Waldungen um Hanau, Alzenau, Rodenbach und die anderen betroffenen Gemeinden großräumig für die gesamte Bevölkerung gesperrt werden, um Gesundheitsschäden zu verhindern. Eine komplette Sperrung der Wälder für Spaziergänger ist jedoch keinesfalls zu gewährleisten. Die Absicht einer Waldsperrung wegen drohender Gesundheitsgefahren hat schon jetzt große und berechtigte Widerstände in der Bevölkerung ausgelöst.

Die Wohlfahrtswirkungen der Wälder um Hanau, die ein wichtiges Naherholungsziel für die Bevölkerung unseres Ballungsraumes darstellen, gehen weit über die relativ geringen Netto-Erträge der reinen Holznutzung hinaus.

Eventuell eintretende kleinflächige Verluste im Jungwuchs durch Engerlingfraß sind deutlich geringer zu werten als die Gefahren für die Gesundheit der Bevölkerung und die Vernichtung vieler anderer wildlebender Organismen des Waldes und der Gewässer. Der Flyer wird in den betroffenen Kommunen in Geschäften und Arztpraxen ausliegen.

Infoflyer als pdf

NABU MKK freut sich über Spende der Firma Umicore



Unterstützung für NABU Artenschutzprojekte im Main-Kinzig-Kreis

von links Herrn Michael Weis (Umicore), Sibylle Winkel (NABU) und Herrn Dr. Beuers, Vorstandsvorsitzender der Fa. Umicore

von links Herrn Michael Weis (Umicore), Sibylle Winkel (NABU) und Herrn Dr. Beuers, Vorstandsvorsitzender der Fa. Umicore

NABU (MKK/Hanau): Mit einer Spende in Höhe von 750 Euro unterstützt die Umicore Hanau den NABU-Kreisverband Main-Kinzig bei dessen Arbeit für den Natur- und Artenschutz. Die Spende soll vorrangig für Amphibien- und Reptilienschutzmaßnahmen im Kreisgebiet eingesetzt werden.

Auch wenn der NABU Main-Kinzig mit über 4000 Mitgliedern mittlerweile Hessens größter NABU-Regionalverband ist, sind seine Natur- und Artenschutzprojekte im Kreisgebiet auf jede Hilfe und Unterstützung angewiesen, erklärt Sibylle Winkel vom NABU Kreisverband Main-Kinzig. Besonders um bestandsbedrohte Arten wie Gelbbauchunke, Kammmolch oder Schlingnatter kümmert sich der Naturschutzverband in zahlreichen Biotopen von Hanau bis Sterbfritz.

"Ein besonderes Weihnachtsgeschenk kam dieses Mal von der Hanauer Umicore AG & Co. KG", freut sich Diplom Biologin Sibylle Winkel bei einem Besuch der Firma. "Die Spende an den NABU wurde von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Geschäftsbereichs Technical Materials initiiert, die diesen Betrag bei einem internen Sicherheitswettbewerb als Preisgeld gewonnen haben", erläutert Michael Weis, Umicore-Produktionsleiter im Bereich Technical Materials.

Bei diesem Sicherheitspreis ging es darum, Methoden, Prozesse und Verhaltensweisen auszuzeichnen, die die Sicherheit im Betrieb für Kolleginnen und Kollegen sowie die Umwelt erhöhen.
"Die Idee, das Preisgeld in Höhe von 750 Euro nicht für sich selbst zu nutzen, sondern - ganz im Sinne des ausgerufenen Wettbewerbs - etwas für die Umwelt zu tun, kam von den Mitarbeitern selbst. Mit dem NABU-MKK haben wir den richtigen Partner für Umweltschutz auf regionaler Ebene gefunden", so Michael Weis weiter.

NABU-Frau Winkel zeigte sich von diesem Engagement sehr angetan, zumal Umicore als Werkstofftechnik-Konzern den Großteil ihrer Umsätze mit sauberen Technologien, wie Autoabgaskatalysatoren, Werkstoffen für wieder aufladbare Batterien, Solarzellen und Photovoltaikanwendungen, Brennstoffzellen und Recycling erzielt und so einen nachhaltigen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leistet.

Auch Dr. Jörg Beuers, Vorstandsvorsitzender der Umicore AG & Co. KG freut sich, mit der Spende die Aktionen des NABU im Main-Kinzig-Kreis unterstützen und so auf lokaler Ebene noch mehr zum Umweltschutz beitragen zu können.

"Nachhaltigkeit ist", so Dr. Jörg Beuers, "bei Umicore kein Modewort. Das Bekenntnis zur Qualität und zum Schutz von Mensch und Umwelt ist integraler Bestandteil unseres unternehmerischen Handelns. Mit der beständigen Verfolgung unserer Sustainable Development-Ziele übernehmen wir nicht nur nachhaltig Verantwortung für Klimaschutz und Ressourcenschonung, sondern auch für die Weiterentwicklung umweltfreundlicher Produkte und Prozesse".

Sibylle Winkel, die den Scheck als 2. Vorsitzende des NABU-Kreisverbandes entgegennahm, dankte den Vertretern der Firma Umicore und lud interessierte Mitarbeiter ein, im kommenden Frühling eines der NABU-Projekte gemeinsam zu besichtigen.

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