Kein Pestizid-Einsatz gegen Maikäfer im Forstamt HU-Wolfgang
NABU begrüßt Entscheidung des Umweltministeriums
NABU (MKK/Hanau): Mit großer Erleichterung hat der NABU-Kreisverband Main-Kinzig die Entscheidung von Umweltministerin Puttrich aufgenommen, den geplanten Pestizideinsatz des Landesbetriebs Hessen-Forst zu Maikäferbekämpfung im Bereich des Forstamtes Hanau-Wolfgang zu untersagen.
Als gesetzlich anerkannter Natur- und Umweltschutzverband hat der Naturschutzbund den Einsatz des auf alle Tiere wirkenden Nervengiftes PERFEKTHION strikt abgelehnt.
Der Einsatz des nicht selektiv wirkenden Giftes hätte das gesamte Waldökosystem, darunter zahlreiche bestandsbedrohte Tierarten, getroffen. Ebenso hätte der geplante Maikäfer-Gifteinsatz europäischem Naturschutzrecht widersprochen und die biologische Vielfalt nicht nur in den betroffenen Natura 2000-Gebieten reduziert. Auch alle ökologischen Erkenntnisse der letzten Jahrzehnte wären durch das geplante Vorgehen von Hessen-Forst ignoriert worden.
Der NABU ist hoch erfreut darüber, dass die Ministerin den Mut und die
Entschlossenheit aufbrachte, den Pestizideinsatz im Main-Kinzig-Kreis zu unterbinden und eine klare Entscheidung für Biodiversität und Artenvielfalt und zugunsten des gesunden Menschenverstandes zu treffen.
Damit bleibt dem Main-Kinzig-Kreis der Rückfall in die ökologische Steinzeit erspart. Die drohende Rückkehr zu den alten Grabenkämpfen der 1970er und 1980er Jahre zwischen Naturschützern und Nutzern und die damit verbundenen Folgen konnten so verhindert werden.
Der NABU Kreisverband Main-Kinzig hofft nun, dass Gifteinsätze im hessischen Staatswald endgültig der Vergangenheit angehören und auch im Privat- und Kommunalwald die richtungweisende Entscheidung des Umweltministeriums nachhaltig Gehör findet.
Naturschützer veröffentlichen Info-Flyer
Die Naturschutzverbände lehnen Gifteinsatz im Wald ab

Die Verbände kritisieren die Planungen von Hessen-Forst, weil sie grundlegende Erkenntnisse der Biologie und der Populationsdynamik von Insekten außer Acht lassen und somit das Käfer-Problem mittel- und langfristig noch verschlimmern, anstatt es zu lösen. Masssenvermehrungen von Insekten sind keine ökologischen Katastrophen sondern natürliche Vorgänge, die es schon immer in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen gegeben hat. Die Natur hilft sich hierbei selbst, indem sie die kahlgefressenen Bäume im sogenannten "Johannistrieb" Ende Juni neu ergrünen lässt. Zu große Käferpopulationen brechen regelmäßig aufgrund von Krankheiten und Parasitenbefall von selbst zusammen. Zwar fressen die Maikäfer-Engerlinge an den Wurzeln von Bäumen und anderen Pflanzen. Beschädigt werden dadurch aber in erster Linie nur sehr junge Bäume, die so einen Teil ihrer Feinwurzeln verlieren. Altbäume halten wegen der großen Menge vorhandener Feinwurzeln den Engerlingsfraß aus, können zwar geschwächt, aber nicht zum Absterben gebracht werden. Durch Käferfraß verursachte kleinflächige Lücken im Jungwuchs werden innerhalb weniger Jahre durch eine Naturverjüngung sofort wieder geschlossen. Durch eine Begiftung wird der Käfervermehrung eventuell zwar die Spitze genommen, aber die Population bleibt auf hohem Niveau erhalten, so dass in vier und in acht Jahren die nächsten Bekämpfungsaktionen nötig würden, da die kritische Schwelle zum natürlichen Zusammenbruch nicht überschritten wird. Andere, zum Teil sehr seltene Arten wären durch eine Vergiftungsaktion ebenso betroffen und würden durch sie aber sofort in eine Situation kommen, die das Ende des ganzen Vorkommens bedeuten kann.


Die Wohlfahrtswirkungen der Wälder um Hanau, die ein wichtiges Naherholungsziel für die Bevölkerung unseres Ballungsraumes darstellen, gehen weit über die relativ geringen Netto-Erträge der reinen Holznutzung hinaus.
Eventuell eintretende kleinflächige Verluste im Jungwuchs durch Engerlingfraß sind deutlich geringer zu werten als die Gefahren für die Gesundheit der Bevölkerung und die Vernichtung vieler anderer wildlebender Organismen des Waldes und der Gewässer. Der Flyer wird in den betroffenen Kommunen in Geschäften und Arztpraxen ausliegen.
Infoflyer als pdf
NABU MKK freut sich über Spende der Firma Umicore
Unterstützung für NABU Artenschutzprojekte im Main-Kinzig-Kreis

von links Herrn Michael Weis (Umicore), Sibylle Winkel (NABU) und Herrn Dr. Beuers, Vorstandsvorsitzender der Fa. Umicore
Auch wenn der NABU Main-Kinzig mit über 4000 Mitgliedern mittlerweile Hessens größter NABU-Regionalverband ist, sind seine Natur- und Artenschutzprojekte im Kreisgebiet auf jede Hilfe und Unterstützung angewiesen, erklärt Sibylle Winkel vom NABU Kreisverband Main-Kinzig. Besonders um bestandsbedrohte Arten wie Gelbbauchunke, Kammmolch oder Schlingnatter kümmert sich der Naturschutzverband in zahlreichen Biotopen von Hanau bis Sterbfritz.
"Ein besonderes Weihnachtsgeschenk kam dieses Mal von der Hanauer Umicore AG & Co. KG", freut sich Diplom Biologin Sibylle Winkel bei einem Besuch der Firma. "Die Spende an den NABU wurde von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Geschäftsbereichs Technical Materials initiiert, die diesen Betrag bei einem internen Sicherheitswettbewerb als Preisgeld gewonnen haben", erläutert Michael Weis, Umicore-Produktionsleiter im Bereich Technical Materials.
Bei diesem Sicherheitspreis ging es darum, Methoden, Prozesse und Verhaltensweisen auszuzeichnen, die die Sicherheit im Betrieb für Kolleginnen und Kollegen sowie die Umwelt erhöhen.
"Die Idee, das Preisgeld in Höhe von 750 Euro nicht für sich selbst zu nutzen, sondern - ganz im Sinne des ausgerufenen Wettbewerbs - etwas für die Umwelt zu tun, kam von den Mitarbeitern selbst. Mit dem NABU-MKK haben wir den richtigen Partner für Umweltschutz auf regionaler Ebene gefunden", so Michael Weis weiter.
NABU-Frau Winkel zeigte sich von diesem Engagement sehr angetan, zumal Umicore als Werkstofftechnik-Konzern den Großteil ihrer Umsätze mit sauberen Technologien, wie Autoabgaskatalysatoren, Werkstoffen für wieder aufladbare Batterien, Solarzellen und Photovoltaikanwendungen, Brennstoffzellen und Recycling erzielt und so einen nachhaltigen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leistet.
Auch Dr. Jörg Beuers, Vorstandsvorsitzender der Umicore AG & Co. KG freut sich, mit der Spende die Aktionen des NABU im Main-Kinzig-Kreis unterstützen und so auf lokaler Ebene noch mehr zum Umweltschutz beitragen zu können.
"Nachhaltigkeit ist", so Dr. Jörg Beuers, "bei Umicore kein Modewort. Das Bekenntnis zur Qualität und zum Schutz von Mensch und Umwelt ist integraler Bestandteil unseres unternehmerischen Handelns. Mit der beständigen Verfolgung unserer Sustainable Development-Ziele übernehmen wir nicht nur nachhaltig Verantwortung für Klimaschutz und Ressourcenschonung, sondern auch für die Weiterentwicklung umweltfreundlicher Produkte und Prozesse".
Sibylle Winkel, die den Scheck als 2. Vorsitzende des NABU-Kreisverbandes entgegennahm, dankte den Vertretern der Firma Umicore und lud interessierte Mitarbeiter ein, im kommenden Frühling eines der NABU-Projekte gemeinsam zu besichtigen.
Reichlich Nachwuchs im Haselmaus-Schutzgebiet
NABU-Schutzgebiet "Sillberg bei Hintersteinau" wird Haselmaus-Paradies

Foto von Sibylle Winkel

Foto von Sibylle Winkel
Rund 20 Hektar Fläche wurden erworben, darunter Magerrasen, Wiesen, und Weiden und vor allem Hecken sowie ein kleines Bauernwäldchen, in dem Muscardinus avellanarius, so der wissenschaftliche Name des kleinen Bilches, zunächst nur vermutet wurde.
Nach dem Flächenerwerb wurde von den NABU-Experten gemeinsam mit den Biologen Veronika und Wolfgang Wagner vom Gutachterbüro PlanWerk aus Nidda ein Schutzkonzept entwickelt und mit der Naturschutzbehörde in Gelnhausen abgestimmt. Dabei galt es vor allem, Maßnahmen für die Haselmaus zu entwickeln und die Lebensräume der Kleinsäuger zu erhalten und wo möglich zu verbessern.

Foto von Sibylle Winkel
Begleitend dazu wurden noch weitere Puffer- und Vernetzungsflächen mit Heckenstrukturen erworben, um einen Verbund mit den angrenzenden Waldflächen zu garantieren. Alle Maßnahmen wurden mit den Behörden abgestimmt. Die Grünlandflächen, die an die Haselmaus-Lebensräume angrenzen werden von Bio-Landwirten aus der Region bewirtschaftet.
Reichlich Rückenwind kam für das neuartige Schutzprojekt auch vom Hessischen Umweltministerium und der unteren Naturschutzbehörde des Kreises. Finanzielle Unterstützung für den Bau der Spezial-Nistkästen gab es aus Lotto-Mitteln des Umweltministeriums. Der Bescheid wurde eigens von Umweltministerin Lucia Puttrich unterschrieben. Der Erwerb von Pufferflächen wurde mit Mitteln aus der naturschutzrechtlichen Ausgleichsabgabe unterstützt, so Klaus Ulrich Battefeld, Referatsleiter im Umweltministerium, denn als Anhang IV-Art der FFH-Richtlinie steht die Haselmaus im Fokus der hessischen Naturschutzbemühungen. Die gewonnenen Erkenntnisse werden in das Monitoring-Programm des Landes eingespeist, so Battefeld weiter.

Foto von Sibylle Winkel
Auch hier wussten die NABU-Experten einen Ausweg. In enger Kooperation mit dem Don Bosco Lebenshilfezentrum in Schlüchtern-Sannerz, der Ökologischen Forschungsstation Schlüchtern und der Grundschule Hintersteinau wurden spezielle Nistkästen gebaut und in den Hasel-Hecken und am Waldrand aufgehängt. Der Bau der Spezialkästen erfolgte unter der Anleitung von Dr. Karl Heinz Schmidt von der Öko-Station. Unterschiedlichen Kastentypen und Schlupflochgrößen sollen den Wissenschaftlern Erkenntnisse darüber bringen, welche Vorlieben bei der Quartiersuche die kleinen Bilche haben und wie am besten Konkurrenten und Fressfeinde der Haselmaus ferngehalten werden können, so Schmidt. Im Sommer 2010 wurden die ersten von der Don Bosco-Werkstatt gefertigten Kästen von Kindern der Grundschule Hintersteinau im Schutzgebiet aufgehängt. Bereits wenige Monate später konnten bei Kontrollen einige der kleinen Bilche festgestellt werden. Der Nachweis der Art im Schutzgebiet war geglückt. Unklar war allerdings, ob es sich um versprengte Einzeltiere handelt oder ob das Schutzgebiet einen richtigen Bestand der Art aufweist.
Voller Spannung wurden nun die Kontrollen des Jahres 2011 abgewartet. Und das Ergebnis erwies sich als sensationell. 17 Nachweise der Haselmaus in nur 60 Kastenquartieren konnte Dr. Karl Heinz Schmidt am Sillberg feststellen! In den anderen hessischen Kontrollgebieten werden in aller Regel viel weniger Tiere gezählt.
"Wir haben demnach auf dem Sillberg ein Spitzenergebnis im landesweiten Vergleich erzielt", freut sich Sibylle Winkel. "Sogar Nachwuchs der seltenen Kleinsäuger stellte sich in etwa einem Drittel der Kästen ein - und zeigt, dass es den kleinen Schläfern hier so richtig gut geht." Und wenn dann die kleinen Nachwuchs-Naturschützer des NABU und der Grundschule Hintersteinau mit glänzenden Augen den Nachwuchs der Haselmäuse bestaunen, hat die Tierwelt am Sillberg viele neue Freunde gewonnen. Erfolgreicher kann Naturschutz wohl kaum sein
Im Bann der Nachtjäger - Aktionen rund um die Fledermaus
Thema: Lebensraum Siedlung - Artenschutz in Dorf und Stadt

Vampire und Fledermäuse bei der Bat Night in Schlüchtern (Foto Sibylle Winkel)
Der Höhepunkt des Abends war das abendliche Ausfliegen der Fledermaus-Kolonie aus ihrem Quartier, das die naturinteressierten Gäste am Kloster Schlüchtern gemeinsam beobachten konnten. Am Boden unter den jagenden Fledermäusen informierten gleichzeitig die Schmetterlingskundler Dr. Wolfgang Nässig und Petra Zub an einem Leuchtturm mit UV-Licht über die örtliche Nachtfalterwelt und das Nahrungsangebot für die Schlüchterner Fledermäuse. Am meisten Spaß hatten die Kinder, die von den Mitarbeiterinnen des "Kunterbunten Kinderzeltes" als Fledermäuse oder Vampire geschminkt durch den nächtlichen Garten streiften. Andauerndes starkes Wetterleuchten sorgte an diesem Sommerabend zudem für eine einzigartige Atmosphäre.

Rudi Ziegler (l.) und Michael Röth führen in Gelnhausen-Höchst eine Fledermausexkursion durch (Foto: Michael Röth)
NABU beteiligt sich wieder bei Öko-Trends-Messe 2011
Thema: Lebensraum Siedlung - Artenschutz in Dorf und Stadt

NABU-Musterhaus
Diesjähriges Thema am aufwändig gestalteten Messestand des Naturschutzverbandes wird der "Lebensraum Siedlung" und der "Artenschutz in Dorf und Stadt" sein.
"Viele Naturschützer wissen es schon lange", erläutert Michael Röth vom NABU Kreisverband, "Unsere Dörfer und Städte müssen keine lebensfeindlichen Beton- und Asphaltwüsten sein, sondern können Lebens- und Überlebensmöglichkeiten für zahlreiche auch gefährdete Arten bieten."
Am NABU-Stand wollen wir zeigen, ergänzt NABU-Kollege Thomas Mathias, dass es vor allem für Haus- und Gartenbesitzer zahlreiche Möglichkeiten gibt, der Natur unter die Arme zu greifen.
Am Messestand zeigt der NABU daher am Beispiel eines Haus-Modells, wie man einfach und mit wenig Aufwand Fledermäusen, Turmfalken oder auch der Schleiereule helfen kann und welche praktischen Möglichkeiten es beim Neubau oder der Hausrenovierung gibt, etwas für Natur und Umwelt zu tun.
Zahlreiche weitere Anregungen für den Artenschutz in Haus und Garten finden alle Interessierten darüber hinaus in Büchern und Broschüren oder im Gespräch mit dem kompetenten NABU-Team am Stand.
Tradition bei der Öko-Trends-Messe hat bereits der Einsatz des Glücksrades. Junge und ältere Naturexperten können hier ihr Wissen über die Natur und die Biologie in zahlreiche kleine Preise umwandeln.
Ein Besuch des NABU-Standes lohnt sich daher auf jeden Fall!
Für Rückfragen:
Michael Röth: Tel.: 0177 4073654
Thomas Mathias: Tel.: 0175 7258273
oder
Adolf Beck: Tel.: 06055 4425 oder 0171 4876587
50 Jahre NABU - Natur-und Vogelschutzgruppe Meerholz-Hailer

Foto: NABU/S.Winkel
Sumpfschildkröten wandern wieder
Beobachtungen sind wichtig für hessisches Artenschutzprojekt

Foto: NABU/S.Winkel
Obwohl Sumpfschildkröten beinahe ihr ganzes Leben im Wasser verbringen - dort schlafen, fressen und sogar überwintern - zieht es sie in den Sommermonaten für kurze Zeit an Land. Auf der Suche nach Geschlechtspartnern oder einer guten Eiablagestelle wandern die Reptilien, die schon alt waren, als die Dinosaurier ausstarben, oft kilometerweit über Land. Leider sind diese Wanderungen in unserer modernen Welt zu sehr gefährlichen Ausflügen für die Tiere geworden.
"Die Tiere sind zwar gegen allerlei Fraßfeinde gewappnet," sagt Sibylle Winkel, "die Evolution hat aber nicht mit dem Straßenverkehr und dem Menschen selbst gerechnet." Die Rücken- und Bauchpanzer der Tiere halten Autos nicht stand. So werden manche Tiere bei ihren Überlandwanderungen Opfer des Straßenverkehrs. Sie werden zerquetscht oder sterben Tage später an schweren innern Verletzungen. Nur manchmal werden die Tiere noch rechtzeitig am Straßenrand aufgefunden und von aufmerksamen Passanten in Sicherheit gebracht.
"Doch nicht immer ist der Fund der Tiere auch deren Rettung", bedauert die Artenschützerin. "Nicht wenige der Findlinge geraten jetzt erst recht in Gefahr: Denn aus überzogener Tierliebe und Unwissen werden einige der Findlinge mitgenommen und dann in einen privaten Gartenteich oder ein Terrarium gesperrt. Hier können sie nicht mehr zum Arterhalt beitragen und sind für die Population verloren. Die frei lebenden Bestände werden so weiter ausgedünnt und sind kaum noch überlebensfähig."
Sibylle Winkel weist daher darauf hin, dass es nach dem Bundesnaturschutzgesetz streng verboten ist, die europaweit geschützten Wildtiere aus der Natur zu entnehmen und dann in Gefangenschaft zu halten.
Wer den Tieren helfen will, sollte Fundtiere und Beobachtungen umgehend an die Hessische Arbeitsgemeinschaft Sumpfschildkröte melden, damit die Bestände in freier Natur geschützt werden können.
Die Mitarbeiter der AG Sumpfschildkröte holen die Tiere ab oder organisieren den Transport und nehmen auch alle Sichtbeobachtungen entgegen.
Sumpfschildkröte-Infotelefon:
Dipl.-Biol. Sibylle Winkel 069 8484 9185 oder Dr. Matthias Kuprian 0173 3751 580.
Mehr Infos zum Sumpfschildkrötenprojekt Hessen auf www.sumpfschildkröte.de
Wer hat den Eisvogel gesehen?
NABU-Arbeitskreis Eisvogel sammelt Eisvogel-Beobachtungen

Foto: NABU/M.Delpho
seit rund 30 Jahren beobachtet der Arbeitskreis Eisvogel des NABU die Bestandssituation des fliegenden Edelsteins im Main-Kinzig-Kreis. Zahlreiche ehrenamtlich aktive Vogelschützer trugen jährlich Daten aus allen Teilen des Kreises zusammen, um die Entwicklung der Eisvogelpopulation zu dokumentieren.
Seit dem Rückzug des langjährigen AK-Sprechers Eckard Sauer im Jahr 2009 läuft allerdings die ehrenamtliche Arbeit des Arbeitskreises auf Sparflamme.
Um den AK neu zu beleben, haben Michael Röth und Matthias Kuprian vom NABU-Kreisvorstand zunächst kommissarisch die Leitung übernommen, bis ein neuer Sprecher oder ein Sprecherrat aus mehreren Personen die Koordination übernimmt.
Wir bitten Sie daher, alle Eisvogelbeobachtungen (Bruten, Brutverdachte oder auch nur Einzelbeobachtungen) aus dem vergangenen Jahr 2010 und dem laufenden Jahr 2011 zu melden.
Bitte füllen Sie den beigefügten Erhebungsbogen aus oder geben Sie Ihre Beobachtungen einfach so telefonisch oder per E-Mail weiter.
Auch Fehlanzeigen für Gemarkungen oder Gewässersysteme sind wichtig, da die Bestände in den vergangenen Wintern stark geschrumpft sind und sich erst jetzt wieder erholen.
Der wichtigste Zweck der Beobachtung ist die praktische Hilfe: Wenn wir Gefahren erkennen, können wir als NABU-Aktive auch für Abhilfe sorgen. Gleichzeitig liefern die langfristigen Beobachtungen sehr wichtige Datenreihen für den Naturschutz und die Wissenschaft. Die Auswertungen werden wir regelmäßig im Netz und über die Presse veröffentlichen.
Zur Komplettierung unseres Beobachternetzes suchen wir zudem noch aufmerksame Eisvogelfans und Naturbeobachter, die Lust haben im AK mitzumachen. Besondere Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Mitzubringen sind nur viel Spaß bei der Naturbeobachtung und ab und zu eine halbe Stunde Zeit, uns die Beobachtungen zu melden.
Interessierte können sich bei Michael Röth oder Matthias Kuprian melden:
Eisvogel-Kontakttelefon: 06055 / 82700 oder 069 / 84849185 oder 0173 3751580
Eisvogel-E-Mail: s.winkel@nabu-mkk.deoder m.roeth@nabu-mkk.de
Download Eisvogel-Beobachtungsbogen MKK
(Falls sich der Link nicht automatisch öffnet, klicken Sie bitte mit der rechten Maustaste auf ihn. Dann "Ziel speichern unter". Anschließend können Sie die Datei vom gewählten Speicherort aus aufrufen.)
NABU auf dem IKEA-Umwelttag

IKEA-Umwelttag
Nun soll diese erfolgreich laufende Zusammenarbeit bundesweit ausgedehnt werden.
Startschuss für diese neue Initiative bildete der diesjährige IKEA Umwelttag, der bundesweit in enger Zusammenarbeit mit dem NABU durchgeführt wurde.
Auch der NABU Kreisverband Main-Kinzig beteiligte sich bei IKEA-Hanau mit einem Infostand.
Mitglieder der Ortsgruppen aus Hanau-Steinheim, Hanau-Großauheim, Maintal und Bruchköbel informierten die interessierten IKEA-Kunden und Besucher zu Naturschutzthemen wie dem Vogel des Jahres, dem Bau von Nistkästen oder der naturnahen Gestaltung des eigenen Gartens.
Amphibienschützer unterwegs

Amphibienwanderung
Die Belegung des Storchennestes in Wächtersbach mit erfolgreicher Brut von 3 Jungstörchen sowie Vorkommen von Gelbbauchunken in den Flachtümpeln sind ein Indiz für die erfolgreichen Bemühung der Wächtersbacher Natuschützer.
An der Kinzig wurden die Tätigkeiten des Bibers durch angenagte Bäume, Spuren, Erdlöcher und Dammbau festgestellt.
Ein Storch erfreute die Exkursionsteilnehmer bei ihrer Wanderung mit seinen Flugkünsten als wollte er den Amphibienschützern sagen "Macht weiter so, ich brauche Euch!"
NABU-Ortsgruppe Maintal warnt vor Gelbfallen
Achtung Hobbygärtner!
Ein aufmerksamer Hobby-Gärtner aus Därnigheim meldete der NABU-Ortsgruppe Maintal folgende Beobachtung:
Zur Abwehr von Schadinsekten in einem Nussbaum wurde eine sogenannte "Gelbfalle" ins Geäst gehängt, auf der die lästigen Schadinsekten kleben bleiben sollen.
Zu seinem Schrecken musste er jedoch entdecken, dass neben den Insekten auch eine große Anzahl an Vogelfedern an der Falle zu finden war. Es ist anzunehmen, dass der Verlust der Federn, bzw. das Verkleben weiterer Federn für kleinere Singvögel lebensgefährlich, wenn nicht gar tödlich ist. Die Vögel werden von den Insekten auf der Falle angelockt und können somit unbeabsichtigt selbst Opfer dieser Schädlingsfalle werden.
Der Vorsitzende Hanns P. Golez bittet alle Hobby-Gärtner, dies beim Ausbringen der Gelbfallen an Kirsch- oder Nussbäumen zu bedenken und gibt den Rat des Dörnigheimer Hobby-Gärtners gerne weiter, die Fallen mit engmaschigem Draht zu umgeben, um die Vögel nicht unnötigerweise zu gefährden.
Schließlich sind unsere Singvögel doch unsere größten Helfer beim Beseitigen von Schadinsekten, denn gerade jetzt werden Unmengen davon für die Aufzucht der Jungvögel benötigt!
NABU Waldmäuse pflanzen Walnusshain auf der Mauseller

Stolze Pflanzer: Jan, Jannik und Luca (von links) mit ihrem ersten Bäumchen (Foto: Sibylle Winkel)
30 hoffnungsvolle Jungbäumchen und das dazugehörige Pflanzmaterial warteten schon, als die jungen Aktiven mit Spaten und Hacken die Lichtung erreichten. Rolf Weber vom NABU Steinau demonstrierte am ersten Bäumchen das Einsetzen, Beschneiden der Wurzel, Befestigen des Baumpfahls und des Verbissschutzes. Joshua, Jonas, Jannik, Lisa-Marie, Kira, Luca und Jan, Marius, Elias, Jöris, Nils und Nico, Moritz und Felix u.a. hörten aufmerksam zu. Dann ging es los.
Unterstützt von den NABU-Betreuern Elke und Rolf Weber sowie einigen Eltern ging die Arbeit rasch voran. Schon nach eineinhalb Stunden waren die Bäumchen in der Erde und man machte sich an die Feinarbeit - Verbissschutz und abschließendes Angiessen.
Waldeigentümer Richard Borek gab gern seine Erlaubnis für die Aktion und freut sich darüber, dass das Nahrungsangebot für die Wildtiere künftig noch etwas reichhaltiger sein wird. Die mit der Forstverwaltung beauftragte Firma Oldershausen Holz- und Forstservice und Förster Thomas Müller stellten die Bäumchen zur Verfügung und werden gemeinsam mit den NABU-Waldmäusen ein Auge auf ihre Entwicklung haben.

Angiessen: Nach dem Einsetzen des Baums gießt Jannik an, daneben Matthias Kuprian mit seinen Söhnen Jan und Luca (Foto: Sibylle Winkel)
Wenn die Walnussbäumchen in 10 bis 15 Jahren ins Ernte-Alter kommen, werden sie sich revanchieren, indem sie Eichelhäher, Eichhörnchen, Bilchen und Co. - und ab und an auch den zukünftigen NABU-Waldmäusen - eine stattliche Zahl schmackhafter Nüsse zu knacken geben. Nüsse produzieren sollen die Bäume so lange wie möglich und ein hohes Alter erreichen, obwohl Walnüsse auch ein sehr hochwertiges und begehrtes Nutzholz liefern.
"Die Pflanzung zukünftiger Nussbaum-Generationen erübrigt sich dann", schmunzelt Sibylle Winkel. "Das übernehmen Eichelhäher und Eichhörnchen in eigener Regie ...""
Bestandstiefe erst teilweise überwunden
NABU Main-Kinzig nach Wasseramselzählung nur teilweise zufrieden

Die Wasseramsel ist der Charaktervogel der Bäche und Flüsse unserer Mittelgebirge (Foto: NABU Archiv/Rolf Jürgens)
"Der Bestand hat sich zwar etwas erholt, aber zufrieden sind wir mit dem Ergebnis noch nicht", erklärt Horst Basermann, Arbeitskreisleiter Wasseramsel im NABU Kreisverband Main-Kinzig. Nur 2009 gab es im Main-Kinzig-Kreis mit nur 33 Prozent besetzter Nistplätze noch weniger Brutpaare. Im Jahr 2010 waren immerhin wieder 37 Prozent der vom NABU bereit gestellten künstlichen Nisthilfen von Wasseramseln belegt. Dies ist aber das zweitschlechteste Ergebnis seit der Bestand im Jahr 1988 regelmäßig überwacht wird, ergänzt Basermann.
Rund 320 Spezial-Nistkästen stehen aktuell den Tieren im MKK an über 40 Fließgewässern mit einer Länge von 340 Kilometern zur Verfügung. Rund 40 Prozent und mehr der Kästen sind normalerweise von Wasseramseln bewohnt. Gelegentlich nutzen auch andere Vogelarten wie Zaunkönig, Bach- und Gebirgsstelze die Luxusbehausungen. Die meisten Tiere brüten im Main-Kinzig-Kreis entlang der Bäche und Flüsse, die von Spessart, Rhön und Vogelsberg der Kinzig zufließen. Hier finden die Tauchvögel klares Wasser mit einer optimalen Sichttiefe sowie Kies und Geröll als Substrat. Auch die Kinzig selbst bietet in ihrem Ober- und Mittellauf zahlreichen Brutpaaren genug Nahrung.
Im flachen Westkreis dagegen dünnt die Population aus. In den Sandbächen der Niederung kann sich der Vogel beim Tauchen nicht im Substrat festkrallen; zudem ist das Nahrungsangebot in diesen Gewässern nicht ausreichend. Die Kinzig selbst ist in ihrem Unterlauf zu tief und zu trüb für die nach Wasserinsekten tauchenden Tiere.
Weit über 20 Aktive tragen jährlich für das NABU-Langzeitprojekt Daten aus allen Teilen des Kreises zusammen, um die Entwicklung der Population zu dokumentieren. Neben dem konkreten Artenschutz steht für die ehrenamtlichen Naturschützer das Monitoring der Fließgewässer im Vordergrund.
Der Wasseramselbestand ist ein gutes Frühwarnsystem für den Zustand der Fließgewässer in den Mittelgebirgslagen, betont NABU-Biologin Sibylle Winkel. Geht es dem Wasseramselbestand gut, ist auch das gesamte Ökosystem in einem guten Erhaltungszustand. Die Langzeitbeobachtungen des NABU liefern deshalb sehr wichtige Datenreihen und wissenschaftliche Erkenntnisse, die auch für die Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie und der FFH-Richtlinie von Bedeutung sind. Sollte der Bestand im Main-Kinzig-Kreis dauerhaft unter 120 Brutpaare sinken, wäre das ein deutliches Alarmsignal, so die Biologin.
Als Hauptursache für das Bestandstief vermuten Basermann und Winkel die strengen Winter der vergangenen Jahre. Auch vereinzelte Verluste durch den kletterfreudigen Waschbär können nicht ganz ausgeschlossen werden. Allerdings sind die meisten Nistkästen beispiels weise unter Brücken so angebracht, dass die nordamerikanischen Neubürger diese nicht erreichen können.
Noch ist die Talsohle des Wasseramselbestandes nicht durchschritten, bedauert Basermann. Nach dem Bestandstief mit nur noch 106 Brutpaaren im Jahr 2009 konnten 2010 aber immerhin wieder 117 Brutpaare verzeichnet werden, so Horst Basermann. Wir müssen uns also bis 2012 gedulden, um zu sehen, ob sich der Bruterfolg des kleinen Tauchvogels wieder normalisiert.
Zur Komplettierung des Beobachternetzes im Main-Kinzig-Kreis sucht der NABU noch Wasseramselfans und Naturbeobachter, die ein- oder zweimal im Jahr eine Bestandskontrolle durchführen.
Interessierte können sich bei Horst Basermann melden: Tel. 06663 - 5351.
Weitere Informationen zum Wasseramsel-Monitoring des AK
Geocaching - Freizeitspass mit Nebenwirkungen

Steinbruch
Geocaching als moderne Form der Schnitzeljagd hat sich in den letzten Jahren Dank dem Einsatz moderner GPS-Geräte zur Massenbewegung entwickelt.
Leider macht dieser an sich durchaus positive Freizeitsport auch vor unseren Schutzgebieten und - was besonders ärgerlich ist - auch vor Brutstandorten von Uhu und Wanderfalke keinen Halt. An einem Beitrag über die Situation in Rheinland-Pfalz und Hessen, der in diesen Tagen in der Fachzeitschrift "Der Falke" veröffentlicht wird, hat neben Dr. Klaus Richarz von der staatlichen Vogelschutzwarte und zwei Ornithologen aus Rheinland-Pfalz auch unser NABU-Vorstandsmitglied im MKK Matthias Kuprian mitgewirkt.
Naturfreunden, die zu diesem Thema bereits Erfahrungen in Schutzgebieten gemacht haben, wären wir für eine Rückmeldung dankbar.
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